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glas umwenden, wie eine Hochwnrden auf der Kanzel? Jedoch hatwich ein Schulmeister beinahe mit der Sense ausgesöhnt, indem ermich auf Hiobs Worte verwies: „Alles Fleisch ist wie Gras, und einAlter wahres Heu, das oft das Mähen kaum werth ist;" und dieSanduhr Freund Hains läßt sich auch vertheidigen, da sie nicht bloßan die schnelle Flucht der Zeit erinnert, sondern auch an den Staub,in den wir einst zerfallen werden.
Wie lieblich ist dagegen die Allegorie der Griechen von den Par-zen, die den Faden des Lebens spinnen und abschneiden, wie schön dieAllegorie des Schmetterlings, wie zart selbst die Legende des Mittel-alters, nach der im Kloster Corvey jedesmal drei Tage vor dem Todeeines Bruders eine weiße Lilie in dessen Betstühle lag, wie in denLübecker Domherrnstühlen eine weiße Rose! Auf dem Berge Sinaiverlöschte im Kloster jedesmal die Lampe des dem Tode geweihtenMitbruders. Diese Bilder sind lieblicher als die Gerippe, und lieb-licher die Ruhestätten der Morgenländer, freundliche Gärten und Blu-menbeete, als unsere eingeschlossenen Mauern und Golgathas von Schä-deln und Beinpyramidcn, die der christliche Mönchsgeist einführte.Der Krebs ist das einzige Thier, das durch den Tod schöner wird.
Die Schädelstätte im Kloster zu Evora erregt Grausen, die Todten-gärten zu Scutari sanfte Melancholie nnd Sehnsucht nach der Ruheund dem Frieden Gottes. Noch mehr Grausen erregt La Morgue,die Verwesung, die noch nicht die Erde bedeckt, oder der Platz zuParis, wo die Polizei Verunglückte aller Art hinter einem eisernenGitter zur Schau ausstellt, damit sie etwa noch erkannt werden sollen.Wie verschieden hiervon ist der Gottesacker zu Dessau, Akazienalleen,und die Gräber reiche Blumenbeete, Nischen für berühmte Todte,Todtengräberwohnung und ein Hufelaudisches Leichenhaus zum Trosteder Scheintodten; ein lieblicher Genius löscht seine Fackel, nnd amEingang ruft die Hoffnung: „Tod ist nicht Tod, nur Veredelung sterb-licher Natur." Bei dem Anblick dieses Gottesackers wandelte mich dieLust an, mich da niederzulegen und auf der Stelle zu sterben.
Die Morgenländer beweinen in ihren lieblichen TodtengärtenJahre lang geliebte Todte auf ihren Gräbern, erneuern ihr Andenken,wobei ihnen das Früher oder Später so gleichgültig wird, daß sieVieles ertragen, und gerade oft dadurch dem Tode entrinnen, weil sieihn on bogatslls behandeln. Die Katholiken haben die gemüthlicheSitte, am Tage aller Seelen über den Gräbern ihrer Todten zubeten, und Protestanten sollten ihnen hierin nachahmen. Auf dem