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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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lernt am leichtesten den Tod verachten, nnd viele Soldaten sind schongestorben, wie jener Gascogncr, der eine Kugel in den Kopf bekam:„Ich wußte wohl, daß ich da ein Bischen Blei nöthig hätte; aber dieDosis ist zu stark!" oder wie jener Ausreißer, der unter dem Galgenum sein Leben würfeln sollte: „Ich will nicht, denn mein König hatalle Hazardspiele verboten." Um des berühmten, 1820 zu Wien ver-storbenen Arztes Frank Sterbebette saßen acht seiner Kollegen, sichberathend; der Sterbende lachte laut und sagte: „Mir fällt der fran-zösische Grenadier aus dem Schlachtfelde von Wagram ein, der vonacht Kugeln durchbohrt da lag: Sapperment, rief er, acht Kugeln brauchtman also, um einem französischen Grenadier das Leben zu nehmen!"

Aber gerade hier, am Ansgange aus der Tragikomödie, verfallendie Meisten noch so gerne auf Extreme, nnd ersparen, als ob sie wäh-rend ihres Lebens nicht Zeit genug gehabt hätten, dumme Streiche zumachen, gerade die dümmsten aufs Letzte. — Ludwig XIV- baute seinVersailles, das sicher mehr kostete, als Salomos Tempelbau, wennes gleich stets nur ein Günstling ohne Verdienste blieb — wärmn?Von St. Germain, der alten Residenz der Könige, das herrlich aufeiner Anhöhe thront im reinsten Aether, von St. Germain aus saher den Thurm der Abtei St. Denis, des letzten Hauses der KönigeFrankreichs. Lord Baltimore war immer nnd immer auf Reisen —warum? Die Idee, den Ort zu wissen, wo er einst eingescharrt liegenMüßte, war ihm unausstehlich.

Kauniz, dcssen schönstes Monument die glückliche Regierung MariaTheresiens ist, Kauniz, um den man Jahre lang sein konnte, ohneihn einmal lachen zu sehen, so gern er auch in Moliare und Voltaireund zuletzt auch in Wieland las, konnte das Wort Tod und Sterbennie anhören. Seine Leute durften diese Worte so wenig, als seinenGeburtstag im Munde führen, und als Joseph starb, gab der Kam-merdiener die letzte Schrift des Ministers an den Monarchen mit denWorten zurück: „Der Kaiser unterzeichnet nimmer." Den Tod seinesgcliebtesten Sohnes, den er sehr krank wußte, erfuhr Kauniz lediglichdadurch, daß ihm der Kammerdiener ein Trauerkleid brachte. Abersucht nicht selbst die Sprache des Todes Bitterkeit zu verschleiern?„Sie sind todt," ist auch in der That nicht so schön und tröstlich, alsdie Worte: „Sie haben gelebt!" vorzüglich von Großen gesagt. Anti-lochos malt Achilles am Grabe seines Patroklos: '

— llsoot — er ist nicht mehr!

> Hier liegt Patroll-S. .