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Katharina II- vermied sogar die Trauerkleider und Alles, wasnur entfernt an den Tod erinnern konnte; sie konnte weder schwarzeFarbe leiden, noch Leichen. Ein gewisser deutscher Reichsfürst lebtein beständigen Wetten, daß er um diese oder jene Zeit sterben würde,und zahlte herzlich gerne die Wetten, die ihm eine angenehme Diver-sion seiner Todesfurcht schienen und auch in der That waren. Meinlieber Hippel suchte die Todesfurcht dadurch zu bannen, daß er seinSchlafzimmer häufig verlegte, und solches auch Andern anrieth. Wo-zu? Nur einem Hiskias, der da sein Antlitz zur Wand wendete,weinte und betete, legte der Prophet Jcsaias, auf Befehlßdes Herrn,fünfzehn Jährchen zu, und zum Wahrzeichen ging der Schatten amZeiger Ahas hinter sich zurück zehn Stufen. Die Naturlehre erklärtdieses letztere Wunder; aber jene Zulage von Jahren ist einzig inder Geschichte, und schon bloße Geld- oder Naturalienznlagen habenihre Schwierigkeiten. Gewöhnlich verlangen Leute, die mit wenigzufrieden sind und wenig brauchen, am wenigsten Zulagen, und solchesterben auch leichter.

Nicht leichter Sinn, sondern Leichtsinn ist es, wenn Ovidiuswünscht:

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61101 moris.i', lnoäiuio svlvru' et toter vxus;ätizue »liquis Iioster IscrioiLiis III fimers cÜLLt:

Ooovonisiis vitso mors tutt ista sims; *

Leichtsinn, wenn ein Le Fort, ohne den kein Peter der Große gewor-den wäre, sich auf seinem Sterbelager, wohin ihn unordentlicherLebenswandel im 46. Jahre brachte, Uorat. Oä. III, 8., unter Trom-peten und Paukcu, vordeklamiren läßt; Leichtsinn, wenn die Hofdameder Katharina Mcdicis, de Limeuil, den Reißaus der Schweizervorzuspielen befiehlt, ihn mit ihrer sterbenden Stimme begleitet, dieWorte „Alles verloren" vier bis fünf Mal wiederholt, sich dann um-dreht und verscheidet; und Leichtsinn, wenn jener arme Sünder undGalgencandidat sich von der ihn begleitenden Ehrengeistlichkeit ab-und zu einigen Vorübereilenden wendet: „Eilet nicht, ohne mich kanndas Fest nicht anfangen." — „Wenn Nacht die Augen umhüllt," wiebei den Helden Homers, ist ein bischen Ernst und Anstand an seinerStelle, und so sehr ich Frohsinn liebe, finde ich doch, daß Rousseau's

* Mög' es mir werden zu Theil, müd' ruhend im Schooße der VenusEinst zu sterben, vom Tod mitten im Leben ereilt.

Und ein weinender Freund verkünde dann an meinem Grabe:

Wie er hienieden gelebt, ist er geschieden von hier.