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Zweites Kapitel.
Frieden erwünscht erscheinen. So äußerte er zu dem savoyifchenGesandten Roncas, wenn der Herzog ihm nur Saluzzo im Juniausliefern würde, so werde derselbe schon den Beweis von Frank-reichs Freundschaft erhalten.')
Der Juni kam heran, ulid es war immer noch nichts von An-stalten des Herzogs zur Auslieferung Saluzzo's zu merken. ImGegentheile machte Roncas immer neue Schwierigkeiten, that immerneue Vorschläge zur Abänderung des pariser Vertrages, und zwar,um dem König Philipp Zeit zu geben, die Antwort auf die letztenVorstellungen des Herzogs zu ertheilen?) Jetzt aber wurde es dochHeinrich IV. klar, daß Karl Emanuel sein Spiel mit ihm treibe.Allerdings wünschte er den Frieden, aber einen ehrenvollen Frieden.Er war von vornherein entschlossen gewesen, wenn er denselben nichterlangen könne, für seine und Frankreich's Ehre schließlich Alles zuwagen, und den Herzog entweder zur Herausgabe Saluzzo's oderzu einer reichlichen Entschädigung zu zwingen; und, um es zuwiederholen, nicht allein sein Ehrgefühl veranlaßte ihn hierzu, son-dern auch die Erwägung, daß die Macht, die er über Frankreichausübte, zum größten Theile auf seiner Popularität beruhte, unddaß diese unwiderbringlich verloren sein würde, wenn er vor einemso kleinen Fürsten, wie Karl Emanuel, zurückwiche?) Roncas mußtealso nach einer langen erfolglosen Audienz bei dem Könige Parisverlassen, und der Letztere sandte am 9. Juni durch einen Briefdem Herzoge die vielsagende Meldung, er werde nach Lyon, also indie Nähe der savoyifchen Grenze, abgehen.
So schnell fand indeß die Reise nach Lyon nicht statt. DieVorstellungen seiner Hofleute und die Schwangerschaft seiner Ge-liebten, der Marquise von Verneint, hielten den König noch drei
') Idiä., vgl. Brief Heinrichs an den Connvtable Montmorency, I.sttr.iniss., V. 250 t'.
2 ) N8. Dep. TassiS' v. 10. und 14. Juni mit der Apostille Philipp'SMan sehe hierüber Heinrich'ö eigene Aeußerungen an de Souvre, 1,«ttr68miss., V. 251; und an Monimvrency ibiä. 253.