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Drittes Kapitel.
hugenottische Bewegung ausgegangen war') — das berühmte Re-ligionsedikt, welches Katholiken und Reformirten den lange entbehrtenFrieden wiedergeben sollte.
Dieses Edikt bezeichnet eine neue Epoche in der Geschichte derReligionen, die bisher fast ausschließlich von Unduldsamkeit und Ver-folgung zu erzählen weiß. Hier wurde zum ersten Male der Ver-such gemacht, die verschiedenen Konfessionen ungehörigen Bürgereines Staates gleichberechtigt neben einander zu stellen. Heinrich IV.wollte, daß Katholiken und Hugenotten im öffentlichen Leben ihreGlaubensdifferenzen vergessen, sich nur ihrer Gemeinsamkeit als Fran-zosen bewußt werden sollten. Freilich hat das Edikt von Nantesweder einen langen noch einen ungestörten Bestand gehabt, dieMenschen waren noch nicht reif für dasselbe; aber es ist gleichsamdie Morgenröthe einer besseren Zeit und ein ruhmvolles Denkmalfür die hohe Einsicht seines Urhebers. Aus das geschickteste suchtdas Edikt , wenn auch die Reformirten aus demselben faktisch denHauptvortheil zogen, in feinen Bestimmungen die Interessen beiderReligionsparteien in gleicher Weise zu wahren.
Einen Theil seiner hauptsächlichsten Festsetzungen haben wirschon früher erwähnt;^) die übrigen waren: Die katholische Religionsollte überall wieder eingeführt und die Kirchengüter sollten zurück-erstattet werden. Dagegen sollten die Reformirten in dem ganzenKönigreiche wohnen, ihren Kultus jedoch nur an den Orten, wo erbisher geübt, und in den Häusern der Edelleute weiter ausübenkönnen, und auch dies mit Ausnahme des Hofes, der Stadt Parisund fünsmeiliger Umgebung. Die Reformirten sollten die katholi-schen Feste halten, den Zehnten bezahlen und die kanonischen Ehe-gesetze bewahren, aber sie brauchten nicht bei den Heiligen, sondernnur bei Gott zu schwören. Alle Strafurtheile und Nechtsungleich-
') 4>s4Iien, 1. 120, t. III. ecl. IMueok p. UM p. 823. — klist. cle I'kclit<Is Mutes, I. 5. t. I. 224 k.
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