Band 
Erster Theil.
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Drittes Kapitel.

»Illustrator und selbst an den Kaiser, um sie zur Mäßigung undzur friedlichen Beilegung des Streites aufzufordern.') Es ist offen-bar, alles dies geschah nur, um Staub aufzuwirbeln, um die Ange-legenheit immer von neuem zu beleben und anzuregen: denn wennder König wirklich einen schnellen Abschluß, und zwar zu Gunstender Protestanten, gewünscht hätte, so brauchte er nur eine starke Pres-sion auf das Haus Lothringen, von dem so viele Zweige in Frank-reich ansässig waren, zu üben, und sein Zweck war ohne viel Schwierig-keit erreicht. Da aber die Lothringer keinen Ernst bei dem Königesahen, so wollten sie auf keinen Vermittelungsvorschlag eingehen undbedrohten den Administrator immer heftiger mit der Entscheidungdes Kammergerichts, das damals bekanntlich stets zu Ungunsten derProtestanten seine Urtheile fällte. In seiner Noth entschloß JohannGeorg sich zu einer Reise nach Paris, um sich persönlich die HülseHeinrich's IV. zu erbitten. Dieser nahm ihn auch sehr freundlichauf, und da er die Sache der Protestanten in Deutschland ja auchnicht ganz fallen lassen wollte, so gab er ihm sogleich 42,000 Gul-den und versprach ihm eine jährliche Beihülfe von 100,000 Gulden,wenn es zum Kampfe kommen sollte, ft Trotzdem fürchtete Heinrichjede gewaltsame Lösung, da diese ihn selbst zum Kampf zwingenkonnte, und suchte die Lothringer von derselben zurückzuhalten. Eslag ihm eben daran, die Zwistigkeit ohne Entscheidung so lange hin-zuziehen, bis er sie später einmal selbst ausnutzen könnte. SeinenZweck bei den Lothringern setzte er, wie zu erwarten, sofort durch.Er erhielt von dem Herzoge von Lothringen und dem Kardinale,dessen Sohn, das Versprechen, daß sie sowie der katholische Theildes straßburger Domkapitels, der in Zabern seinen Sitz genommenhatte, sich aller Prozesse und Urtheilsexekutionen einstweilen enthaltenwollten, vorausgesetzt daß Johann Georg und seine Verbündetenebenso zu handeln gedächten, Heinrich hatte einstweilen (Herbst

') Lsttr. Miss., V. 236, 740, 741.

ft U8. Cons. des sp. Stacitsr. v. 21. Nov. 1602.v. Rommel, S9 ff.