192 Drittes Kapitel.
die zuerst unter Heinrich III. gegen den Bearner, dann unter die-sem, als er König geworden, gegen die Ligisten gefochten und zu-letzt Heinrich IV. in die Messe geführt hatten. Sie waren bereitsunzufrieden über die geringe Belohnung, die sie empfangen, überdas Edikt von Nantes, über die Begünstigung der ketzerischen Hol-länder, über den Krieg gegen das katholische Savoyen. Heinrichdurfte sie nicht noch mehr reizen, wenn er sich nicht selbst in Ge-fahr bringen wollte. So bemühte er sich mit großem Eifer, Bironwieder an sich zu fesseln. Er begegnete ihm auf das liebreichste, undals er ihn dem Kardinal Aldobrandini vorstellte, sagte er: „Das istder Herr Marfchall von Biron, ich stelle ihn gern meinen Freundenund meinen Feinden vor."
Aber wie bald mußte der König erfahren, daß er durch allediese Freundlichkeiten nur das Gegentheil von dem bewirkte, was erdamit zu erlangen gewünscht hatte! Der Marschall glaubte nunseinen Zweck, die Täuschung des Königs, vollkommen erreicht zuhaben, und die Güte des Monarchen erschien ihm als ein Ergebnißder Angst, die Heinrich vor ihm hege. Kaum war er also vonLyon, wo er sich einige Tage aufgehalten hatte, abgereist, als ermehrere Agenten an La Fin abschickte, welcher noch mit Fuentes undKarl Emanuel zusammen in Somo war, um denselben zum schleu-nigen Abschluß des Vertrages zu ermähnen. Von allen Kontra-henten desselben war er der bei weitem eifrigste. Und so wurde derverrätherische Pakt ungefähr zwei Wochen nach dem Abschiede Bi-ron's von dem Könige beendigt, am 31. Januar 1601.') Bironverbündete sich also mit den Feinden seines Landes und seinesMonarchen zum Zwecke der gänzlichen Vernichtung der beiden letz-teren. Die Gefahr für dieselben muß ernst genug erscheinen, wennman die bedeutenden Hülfsmittel in Erwägung zieht, über welchedie Verschwörung gebot. Außer den Truppen und den Geldmitteln
y ?. NsMusu, II. 107 —k. OUr. sezU., 181.—Os'Idou, 1.
128 x. 980.