Band 
Erster Theil.
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Drittes Kapitel.

möchten, daß aber in einer nahen Zukunft die Pancarte beseitigtwerden würde. In der That wurde dies im November desselbenJahres ausgeführt; die verhaßte Abgabe wurde abgeschafft und durcheinige anderweiten Steuererhöhungen nur theilweise ersetzt.') Undwährend der König so die Gemüther seiner Unterthanen durch Er-leichterung ihrer Lasten beruhigte, wandte er sich auch an die Re-formirten und beseitigte durch seine Erklärungen und Zusagen ihreBefürchtungen, so daß sie ihn von neuem ihrer Ergebenheit ver-sicherten?) Das war eben das Große und Volksthümliche an Hein-rich IV., das hat ihn für immer zum Liebling feiner Nation ge-macht: auf der einen Seite das kluge Eingehen auf ihre Wünsche,auf der anderen der Zauber seiner Persönlichkeit, diese Liebenswürdig-keit, der Niemand zu widerstehen vermochte,, vom Herzog bis zumBauer. Bei Jedem wußte er die richtige Seite anzuschlagen. Eshat wohl überhaupt nie einen Menschen gegeben, der — in seinemäußeren Wesen — so vollständig der Repräsentant des französischenCharakters und der französischen Weise gewesen wäre, wie Heinrich.

So war der Widerstand der Südprovinzen ohne Widerstandgebrochen, die Kluft, die sich zwischen König und Volk drohend auf-gethan, war wieder geschlossen. König und Volk hatten gleiches In-teresse, es nicht zum äußersten zwischen einander kommen zu lassen;dieses brauchte Ruhe, jener Ergebenheit den Machinationen mächtigerEhrgeiziger gegenüber. Und nun, nach Sicherung der Grenzen,nach Befestigung der inneren Ordnung, wandte sich das Augen-merk Heinrich's dem Führer der Verschwörung zu, dem MarschallBiron.

Derselbe war bereits halb entwaffnet. Außer den oben er-wähnten Vorsichtsmaßregeln hatte ihm der König durch Rosny fastseine gesammte Artillerie entziehen lassen, indem derselbe, als Groß-

') Xueisnnes Isis krany., XV. 276 tk. — Vgl. I.g. Voros, I. Oorresp.,x. ö25.

r) ä'LubiZns, V. ll.