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Drittes Kapitel.
reich's. Eine fünffache Opposition hatte sich abermals und gemein-sam gegen Heinrich erhoben: die militärische, die ultrakatholische, diereformirte, die populäre und die aristokratische. Während Biron anden Adel appellirte, suchte er zugleich die Soldaten zu gewinnenund stellte er sich an die Spitze der ultramontanen Partei; Bo^fon,gleichfalls einer der ersten Adligen und einer der vorzüglichsten Kriegs-führer Frankreichs, rief die Reformirten zu den Waffen; von derBretagne bis zum Mittelmeer erhob sich zugleich das Volk gegendie Steuerlast. Die Zeiten Franz' und Heinrich's von Guise, derStände von Blois und der Sechszehner, der Eonde und Coligny,der Epernon und Mayenne schienen noch einmal gemeinschaftlichsich zu erheben zum Entscheidungskampfe gegen das Königthum.Und damit keine Erinnerung an die Vergangenheit fehle, standenwiederum äußere Feinde, Spanien und Savoyen, mit den aufrühreri-schen Parteien im Bündniß. Wie hätte ein Franz II., ein Karl IX.,ein Heinrich III. bei dieser furchtbaren Allianz mächtiger Gegnersich aufrecht erhalten können! Und wie war es dagegen Heinrich IV.gelungen, durch Klugheit und Energie, durch Geschicklichkeit undunermüdliche Thatkraft, aber noch viel mehr durch die veränderteStimmung der Nation mit einem Schlage das ganze Werk jenerKoalition zu zertrümmern! Was würden alle Truppenaushebungen,was La Fin's und Renaze's Enthüllungen dem Könige genützthaben, wenn Paris Barrikaden gebaut und Poitiers und Limogesden königlichen Beamten ihre Thore geschloffen hätten, der Adel desPerigord in Waffen aufgestanden wäre, die Garden, anstatt Birongefangen zu nehmen, sich unter seinen Befehl gestellt hätten, wennin Dijon und Lyon, in Marseille und Toulouse das weiße Kreuzder Liga aufgesteckt wäre und Du Plefsis seine Hugenotten zumKampf gegen den Renegaten gerufen hätte? Aber gerade das machtdie Bedeutsamkeit dieser Ereignisse aus, daß nichts von allem demerfolgte. Gerade dies bewies den Franzosen aller Stände, daß diekönigliche Autorität nunmehr auf fester, unerschütterlicher Grundlageruhe: auf dem Bedürfnisse des Volkes nach starker Aufrechterhaltung