Band 
Erster Theil.
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Scheinfriede.

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verneinend, aber doch ausweichend.') Der englische Agent in Pa-ris erhielt von Villeroy den deutlichern Bescheid: „der Königwerde für Elisabeth alles thun, was ihm möglich sei, mit Aus-nahme, den Frieden zu brechen und sich offen gegen Spanien zuerklären".

Freilich hat sich Heinrich deshalb nicht etwa dem Hause Habs-burg genähert, sondern wie er den offenen Krieg gegen dasselbe ver-mied, that er doch wieder alles, um ihm Schaden zu bereiten.Früher hatte er dem Herzoge von Revers erlaubt, dem Kaiser gegendie Türken zu Hülfe zu ziehen, und als der Sultan sich durch seinenaußerordentlichen Gesandten, den marseiller Arzt und RenegatenBarthelemy Coeur, darüber beschwerte, wies Heinrich dies zurück.Im Vertrauen auf die Geneigtheit, welche ihm hier der französischeKönig gezeigt hatte, ließ der Kaiser denselben um die Gewährungeiner kräftigen Unterstützung gegen die Türken angehen. Die Ge-sandtschaft, die zu diesem Zwecke nach Paris kam, wurde sehr wohlausgenommen — ihr Haupt wurde mit einer goldenen Schüssel be-schenkt — und empfing von Heinrich die schönsten Worte über seineLiebe zur christlichen Religion und seine Ergebenheit für den Kaiser.Aber demselben thätliche Hülfe zu leisten, mußte Heinrich sich leidereinstweilen versagen, da der Zustand seines Reiches es nicht erlaube,und bis auf bessere Zeiten verschieben. Mit diesem wenig tröst-lichen Bescheide mußte die Gesandtschaft nach Wien zurückkehren.In der That war Heinrich keineswegs gewillt, die alte politischeund kommerzielle Verbindung Frankreichs mit der Türkei demHause Habsburg zu Liebe aufzugeben, eine Verbindung, die seineinsichtsvoller Botschafter in Konstantinopel, de Breves, soeben ersterneuert und wieder befestigt hatte. Im Gegentheil war es ihmlieb, den deutschen Zweig der österreichischen Familie in fruchtlosemKampfe gegen die Türken seine Mittel verzehren zu sehen; und so

') Sehr ausführlicher, urkundlicher Bericht über die englisch-französischenAllianzverhandlungen bei 8iri, Llsiuoris reeonäits, I. 129 L — Aerssen anOldenbarneveit, 1. März 1602; Oeventer, 6s1euü8tuüüvn, II. 310.