Band 
Erster Theil.
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Scheinfriede.

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und Thaten der Regierung von Valladolid zielten auf Herstellungeines guten Verhältnisses zu Frankreich.

So vielen Beweisen von der aufrichtigen Friedensliebe Spa-niens gegenüber konnte auch Heinrich nicht umhin, demselben seinefreundschaftliche Gesinnung auszudrücken. Er schrieb damals anseinen Gesandten in Venedig, Herrn de Fresnes - Canaye: „Esscheint, daß der König von Spanien beabsichtigt, mir mehr als jeGrund zu geben, mit ihm in Frieden zu leben, und daß der Papstseine Hand dazu bieten will. Hierin wird man mich sehr zu einemEinverständniß aufgelegt finden, besonders wenn ich erkenne, daßman mit ehrlicher Absicht verfährt. Und in diesem Sinne mögenSie zu dem Nunzius Seiner Heiligkeit, der in Venedig'residirt,sowie zu allen anderen sprechen, die Sie danach fragen werden."')Man sieht, Heinrich gab sich den Anschein, als ginge er gern aufdie Annäherung Spanien's ein, als wolle er freudig das Einver-ständniß mit dem bisherigen Rivalen anbahnen helfen. Ebensodrückte er sich auch direkt dem päpstlichen Nunzius in Paris gegen-über aus; er versicherte denselben, nie werde er zuerst den Friedenverletzen. Und um diese seine Gesinnung auch durch die That zubewähren, bestrafte er einige Franzosen, die einen Einfall in das —damals bekanntlich zu den spanischen Niederlanden gehörende —Luxemburgische gemacht hatten?)

So schien ein wirklich freundschaftliches und herzliches Verhältniß,wie es seit fast einem Jahrhundert nicht dagewesen, sich zwischen Frank-reich und dem Hause Oesterreich anzubahnen. Die beiden einanderbisher so feindlichen katholischen Großmächte näherten sich gegenseitigunter der Aegide des Papstthumes; ein so lange vergeblicher Herzens-wunsch des letzteren schien endlich auf dem Punkte, sich zu verwirklichen.Sollte aber dieses Einverständniß sich vollziehen, sollte die Wuchtdes in Europa noch so unverhältnißmäßig überwiegenden Katholizis-

') I,. IN., V. 681: Instruktion v. 30. Sept.

r) N8. Dep. Tassis' v. 13. Dez.; Arch. v. Sim., X. 1606.