Band 
Erster Theil.
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Viertes Kapitel.

mirs in der Hand des Papstthumes vereinigt werden: so war dieneue Lehre und mit ihr der frischere, freiere Geist der neueren Zeitvon den schlimmsten Gefahren bedroht. Es war in der That einMoment von großer welthistorischer Bedeutung. Bourbon undHabsburg waren im Begriff, sich unter dem Segen des römischenBischofs die Hand zu bieten. Und gegen wen konnte dieses Bünd-niß sich anders wenden, als gegen die Protestanten? Wies nichtHeinrich IV. das ihm. mehrmals beinahe zudringlich angetrageneBündniß seiner früheren Freundin und Helferin Elisabeth geradejetzt von neuem zurück?') Verließ er nicht um diese selbe Zeit dieSache des straßburger Domkapitels? Beschützte er nicht bereits infeinen Gewässern die spanischen Galeeren gegen die englischen Kriegs-schiffe?^ War dies alles Wirklichkeit oder Schein? ernste Absichtoder Täuschung? Es schien ganz das erste, ganz aufrichtige Schwen-kung der gesammten französischen Politik. Suchte doch Heinrichdieses Einverständniß mit Spanien sogar aus die damals noch sofeste und sichere Basis der Familienverknüpfung zu gründen. DerPapst, stets eifrig um die Herstellung von Friede und Freundschaftzwischen den beiden großen katholischen Mächten besorgt, hatte dasEntgegenkommen Lerma's benutzt, um in Paris und Valladolidgleichzeitig auf die Nützlichkeit einer solchen Verbindung aufmerk-sam zu machen, und es hatten seine Eröffnungen an beiden Höfenscheinbar freundliches Entgegenkommen gefunden. Heinrich beson-ders nahm das Heirathsprojekt, das er ja zuerst sogleich nach derGeburt des Dauphins und der Jnfantin Ana im September desvorigen Jahres gefaßt hatte, nunmehr (November l 602 ) von neuemauf, wenigstens zum Theil. Er sandte einen Agenten, Namens laBruyere, an den Erzherzog und dessen Gemahlin nach Brüssel, umihnen in vertraulicher Weise von der Vermählung des Dauphins

') D. in., V. 719, 759 t'.: Instruktionen an Beaumont vom 19. Okt.,12. Dez. 1602.

-) Ll8. Dep. Tassis', Dez. 1602; Arch. v. Sim., X 1606.

8iri, Nem. rvc., l. 114.