Band 
Erster Theil.
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Viertes Kapitel.

wegen einer Offensivallianz mit Frankreich gegen Spanien zu er-neuern, an dem letzteren wegen seiner Nnthätigkeit ihm gegenüberRache zu nehmen und zugleich sich selber Bortheile zu verschaffen.Er sandte also Ludovico Vimercato, einen Vertrauten Martinengo's,mit dahin zielenden Vorschlägen nach Paris (Ende Juli 1603).Aber Heinrich IV., wie er vor kurzem die Anträge Elisabeth's indieser Richtung zurückgewiesen hatte, wollte noch viel weniger aufdie Absichten des wankelmüthigen und treulosen Karl Emanuel ein-gehen. Kennen wir ja die Triebfedern, die damals seine ganze aus-wärtige Politik leiteten. Er antwortete also Vimercato: Frankreichverlange so viel gar nicht von Savoyen, sondern nur die gewissen-hafte Bewahrung der Neutralität zwischen beiden Kronen; dazu seiaber das erste Erforderniß die Entlassung d'Albigny's und anderermißvergnügter Franzosen, die sich bei dem Herzoge aufhielten?)Trotzdem ließen Martinengo und der Herzog sich nicht abschreckenund setzten die Unterhandlungen durch Herrn von Fresnes-Canayefort. Da aus der Offensivallianz nichts geworden war, bot, KarlEmanuel nunmehr dein französischen Könige seine intime Freund-schaft an, verlangte aber zum Lohn dafür — die Rückgabe derBresse oder doch eines Theiles derselben. Selbstverständlich hatteHeinrich keine Lust, die Freundschaft des Herzogs um einen solchenPreis zu erkaufen. Als er ihn dies endlich, durch eine Sendungdes Herrn de la Varenne nach Turin, in ziemlich unverblüm-ten Ausdrücken wissen ließ (Mai 1604), stellte der Herzog sichbeleidigt, und die Unterhandlungen hörten einstweilen auf?) Ma-tilda mußte sich zu der Heirath mit d'Albigny bequemen.

Trotzdem wurde es durch diese Negoziazionen jetzt aller Weltklar, wohin Karl Emanuel neigte, wo er seine Stütze suchte, wohiner seine Hoffnungen lenkte. Nicht mehr die Freundschaft Spanien's,sondern diejenige Frankreichs war offenbar sein eifrigstes Augen-

') Instruktion an Fresnes v. 6. Aug.8iri, Nsm. reeonä., I. 289.