Band 
Erster Theil.
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Viertes Kapitel.

gesucht, hatte Spanien stets in den Vorderreihcn gestanden imKampfe gegen den Halbmond. Karl V., Philipp II. hatten fastununterbrochen gegen denselben Flotten und Heere geschickt, die Er-eignisse bei Tunis und Lepanto hatten den Spaniern den Dank dergesammten Christenheit erworben. Der Blutsverwandte des spani-schen Herrscherhauses, der deutsche Kaiser, war in fortwährendemKriege gegen die Türken begriffen. Ihm zur Hülse fochten stets6—10,000 Spanier in Ungarn. An Geld erhielt der Kaiser jähr-lich 300,000 Dukaten von Philipp III., um sie gegen die Türkenzu verwenden.') Noch im Jahre 1601 hatten außerdem 6000Deutsche im Solde Svanien's dem Erzherzoge Ferdinand bei derBelagerung von Canissa beigestanden?) So mußte denn der Ge-gensatz zwischen Türken und Spaniern stets ein lebhafter sein. Wirhaben schon oben der vergeblichen Expedition Doria's gegen Algiergedacht. Zum Entgeld für alle diese Feindseligkeiten, welche Spa-nien gegen die Türken ausübte, rächten sich diese, indem sie ihreNaubschiffe vorzüglich gegen die spanischen Häfen aussandten. Ueberallumschwärmten die schnellsegelnden und wohlbewaffneten Korsarendie Küsten der Halbinsel, griffen die Kauffahrer auf, die in ihreNähe kamen, landeten und plünderten selbst hier und da in denUferlandschaften. Der größte Theil der spanischen Galeeren mußteJahr aus Jahr ein zu ihrer im allgemeinen doch unfruchtbaren Be-kämpfung verwendet werden.

Sogar die inneren Mißstände im spanischen Reiche suchten dieTürken für sich auszunutzen; und hier fanden sie nur allzu viel Ge-legenheit bei den gegen die tyrannische spanische Verwaltung auf'shöchste erbitterten Bevölkerungen. Sie hatten sich besonders mit denMorisken auf der Pyrenäenhalbinsel selbst und dann mit den zahl-

') Mvsrrete, Oollsceion äs äoeumsntns ineäitos parn I», Historik äsLspan», t. XI,VII. x. 330 Anm. 1.

y Außerdem hatte Philipp III- dem Kaiser noch weitere 200,000 Dukatenangeboten, wenn derselbe die Besetzung des Reichslehens Finale gut heißen wollte;Ltisvendiller, Xnn. ksräinanäei, V. 2483.