Band 
Erster Theil.
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Scheinfriede.

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dann wieder mit ziemlicher Beute und zahlreichen Gefangenen inden Hafen von Neapel ein.') Aber das war doch ersichtlich: mitderlei Unternehmungen ließ sich ein ernster Schlag gegen die tür-kische Macht nicht führen. — Um. die Türken auch in Afrika zu be-schäftigen, verband Philipp III. sich mit dem Könige von Cuco,einem kleinen Dynasten an der Nordküste dieses Erdtheiles, welchergleichfalls aus Besorgniß vor der Macht der Türken und ihrer Lehns-träger in der Berberei zum Kampfe mit denselben geneigt war.Als ihm der spanische König eine Unterstützung von 20 Galeerenversprach, griff der Beherrscher von Cuco die türkischen Staaten inseiner Nähe muthig an; aber auch er mußte erfahren, wie unzu-verlässig die Zusagen des spanischen Königs waren: nie erhielt ereine der versprochenen Galeeren zu sehen, wie dringend er auch im-mer wieder um dieselben bat?) Das ist der Hauptfehler der spa-nischen Politik gewesen: geschäftig und verschwenderisch am falschenOrte und deshalb träge und kargend, wo Thätigkeit und Mittelnöthig gewesen wären.

Die schlimmen Folgen solchen Verfahrens stellten sich auch hierbald genug heraus. Der König von Cuco, der sich von Spaniennicht hinreichend unterstützt sah, beschloß, sich mit den Türken aus-zusöhnen und ihre Verzeihung für seine frühere Feindschaft gegensie durch eine Verrätherei gegen die Spanier zu erkaufen. ImJahre 1603 wurde eine neue spanische Expedition gegen Algier aus-gerüstet, welche der maurische König zu unterstützen feierlich verheißenhatte. An ihrer Spitze stand ein Barfüßermönch, der nach dem Ruhmedes Kardinals Limenez lüstern war, unter ihm kommandirte derVicekönig von Mayorca. Der Letztere begab sich mit vier Galeerennach Cuco und setzte hier 80 Mann an das Land, um jenem Für-sten 40,000 Scudi auszuliefern, für welche derselbe dann den An-

0 Davits., Viäs. x Iieelios, 109. — Lslt. Dorrsüo, Viäs. x lisslws äsDelixe III., csx. 15 (Iiian Xaver, Nsworias, p. 342).

0 Datusvte, XV. 360 L