282
Viertes Kapitel.
griff auf die Türken unternehmen wellte. Aber kaum waren dieSpanier mit dem Gelde auf festem Boden, als sie ergriffen, desSchatzes beraubt und dann den Türken übergeben wurden. Undhiernach unterblieb dieses ganze Unternehmen, wie so viele früherenVersuche gegen Algier gescheitert waren.')
So gingen unausgesetzt die Kämpfe zwischen den türkischenStaaten und Spanien fort, meist nicht sehr zum Vortheil und Ruhmdes letzteren. Man kann sich auch über die Nachtheile nicht immindesten wundern, die Spanien überall erlitt, da es seine Finan-zen von habgierigen Parvenus leiten ließ und seine Armeen vonKarmelitermönchen!
Mußte nun die französische Politik im Oriente mit ihrer tra-ditionellen Freundschaft für die Türken nicht der spanischen entgegen wir-ken? Wie gut konnte besonders Heinrich IV. die Unterstützung der Türkengegen die Spanier und den Kaiser gebrauchen! Wurden nicht die Kräfteder Letzteren stets durch die Türken in Anspruch genommen und ge-schwächt? Konnte der französische Monarch nicht auf die eifrige Mit-wirkung der Türken rechnen, wenn der offene Krieg gegen die Spaniervon neuem entbrennen sollte? So war in der That Heinrich stets bestrebtgewesen, seine Allianz mit der Türkei ausrecht zu erhalten. SeinGesandter in Konstautinopel, Herr v. Brcves, ein eifriger und ge-wandter Diplomat, hatte ihn hierin nach Kräften unterstützt. Trotzeinzelner kleiner Irrungen mit den launischen Ministern des Sul-tans, besonders dem Kapudan-Pascha, hatte Breves das gute Ein-verständniß zwischen beiden Staaten stets wieder hergestellt, derallerchristlichste König und der Sultan gingen Hand in Hand. Wirhaben gesehen, wie Heinrich das Hülfegesuch des Kaisers gegen dieTürken zurückwies, wie er sogar — trotz seines oft betheuerten Eifers
') Sehr unvollständiger Bericht bei?. NkUtbisu, II. 250 L. u. ?. Os^st,Ostr. sxt., 256. (Beide Chroniken sind überhaupt nur wenig verschiedene Be-arbeitungen desselben, von der Regierung mitgetheilten Stoffes.) — Heinrich IV.an Braves, 22. Juli; L. in., VI. 672.