Band 
Erster Theil.
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Scheinfriede.

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für die christliche Religion — die Osmanli zum Angriff auf diechristlichen Staaten der Habsburger aufrief. Diese Politik setzte erauch fürder auf das konsequenteste fort. Er that alles mögliche,um den Herzog von Revers von der Rückkehr nach Ungarn zumKampfe gegen die Türken abzuhalten?) Schon seit dem Ende desJahres 1602 arbeitete der Graf Jsolano, ein Italiener, der imDienste des Kaisers gestanden hatte und von den Türken gefangenworden war, an der Herstellung des Friedens zwischen Rudolf undMohammed III , ohne gerade bei dem Kaiser viel Geneigtheit zufinden; aber der Papst und die italienischen Fürsten waren des ver-lustreichen Krieges müde und suchten den Frieden herbeizuführen.Niemand war über diese Unterhandlungen bekümmerter, als Hein-rich IV. Immer wieder ermähnte er Herrn von Breves, gegeneinen solchen Frieden zu arbeiten. Er solle dem Sultan vorstellen,wie ein ehrenvoller Friede nur durch eine eifrige und erfolgreicheKriegführung ermöglicht werde. Sei doch der Kaiser jetzt noch garnicht zu demselben geneigt und werde also harte Bedingungen stel-len?) Im Sommer 1603 bot Heinrich plötzlich seine Bermittelungbei den Friedensverhandlungen an, wahrscheinlich um dieselben schei-tern zu machen; sie wurde deshalb sowohl vom Sultan als auchvom Kaiser abgelehnt. Ueber das Mißlingen dieses Versuches er-bittert, der erstens seine Zwecke im Oriente zu fördern und zweitenssein Ansehen zu erhöhen bestimmt gewesen war, befahl Heinrichnunmehr seinem Gesandten, die Unterhandlungen so sehr zu stören,wie er es thun könne, ohne den äußeren Anstand zu verletzensautLut qlu'il poiirru lo taivo llouußtsiuöut); sei doch der KriegFrankreich bei weitem nützlicher, als ein etwaiger Friede?) Nochgrößer wurde die Besorgniß Heinrich's, als Rudolf selbst begann,

>> Heinrich IV. an Braves, 31. März 1603; V m., VI. 64.r) Ausmge aus den Instruktionen an Breves, vom 1. und 13. Mai,22. Juni 1603.

') Instruktion v. 6. Aug; U. m-, VI. 673.