Band 
Erster Theil.
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Scheinfriede.

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gesehensten Häupter der ganzen Rasse in Spanien vereinigt hatten.80,000 Kriegsleute wollten sie aufbringen, drei Städte, und unterdiesen einen Kriegshafen den Franzosen in die Hände spielen.') DieGefahr für Spanien war gewaltig.

Wir haben gesehen, wie verächtlich die spanische Regierung ihrenBotschafter in Paris, Tassis, behandelte, und doch war sie kaum jewieder so gut unterrichtet, wie durch denselben. Die VerhandlungenInit Hainet und ihre Fortsetzung durch Pamssault wurden selbst-verständlich mit dem tiefsten Geheimniß umgeben. Niemand hattevon denselben Kenntniß erlangt, außer dem Könige selbst, seinenMinistern und La Force; und doch berichtete Tassis schon inden ersten Tagen des neuen Jahres (1603) an seinenKönig: „Die Morisken erbieten sich gegen die Fran-zosen, sich zu ihren Gunsten zu erheben!" Es ist offenbar,daß Tassis einen Minister oder wenigstens den intimsten Vertrau-ten eines Ministers gewonnen hatte; und später werden wir Auf-schluß darüber erhalten, wer dies gewesen. Aber die spanische Re-gierung ging auf die Nachricht Tassis' nicht ein; während sie sonstaus die Hetzereien des niedrigsten ihrer Spione in Frankreich be-gierig hörte, erklärte sie die ganze Angabe über die Morisken füreine „französische Windbeutelei".^)

Der französische König konnte also, Dank der VerblendungLerma's und seiner Vertrauten, die Verhandlungen mit den Moris-ken einstweilen noch ungestört fortsetzen. Mit dem größten Eifer,mit höchster Ungeduld verfolgte er dieselben. Sowie Pamssault vonseiner Reise zurückgekehrt sei, schrieb er an La Force, solle dieserdenselben an ihn abschicken.^) Spätestens im Mai 1603 war Pa-nissault nach Paris gekommen. ') Jedoch trotz des guten Anfangs

') I-s, t?oree, Nviir., 1. 219 nebst Note.

2 ) U8. Cons. des sp Staatsr. v. 25. Februar 1603; Arch. von Stm.,L 1426.

3) I-n l'oree, I. Oorresp., 348.

») Mä., 349.