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Viertes Kapitel.
hatte es sich für schweres Geld verschaffen können. Wenn es aucheinstweilen durch die Furcht, die es einflößte, seine Gegner in Italienzu Boden hielt, so daß sie sich nicht gegen es zu erheben wagten:so hatte es doch von keinem der mächtigeren italienischen StaatenHülfe zu erwarten und mußte vielmehr gewärtig sein, daß nach derersten Niederlage, die es erlitten, Benedig und Savoyen, Toskanaund Mantua sich gegen es wenden würden. Siegte die spanischePolitik noch bei mehreren Gelegenheiten, dann allerdings konnte sieihre Herrschaft über die Halbinsel als fest begründet ansehen: abererlitt sie nur die kleinste Schlappe, so stand Alles gegen sie aus,was in Italien noch unabhängig war. Und einem so klugen undmächtigen Widersacher, wie dem französischen Könige gegenüber,mußte man sich darauf gefaßt machen, auch einmal im Nachtheilezu bleiben. Spanien hatte den Bogen zu straff gespannt. So ge-lang es Heinrich IV., seinen Plan gegen die Spanier Schritt fürSchritt in das Werk zu sehen, allerdings nicht so sehr durch eigenesdirektes Eingreifen, wie durch kluge Benutzung der Fehler, welchedie Spanier selbst begingen. Unter diesen kritischen Verhältnissenkonnte es den letzteren unmöglich gleichgültig sein, die Zahl ihrerGegner rings an den Grenzen von Mailand noch durch ein kleinesaber kräftiges und wüthiges Volk vermehrt zu sehen. Denn, ab-gesehen von der Hülfe, welche die Graubündner den Venezianerndurch Stellung von 6000 tapferen Söhnen ihrer Hochgebirge ge-währten, war es ja offenbar, daß bei einem ernstlichen Kriege zwi-schen Venedig und Spanien die Bündner binnen kurzem selbst fürihre Alliirten gegen das letztere Partei ergreifen würden. Es kamhinzu, daß durch den siebzehnten — oben angedeuteten — Artikeldes Vertrages in jedem Kriegsfalle zwischen Venedig und den Spa-niern diesen die Verbindung mit Oesterreich abgeschnitten wurde,was bei dem Ausbruche eines großen europäischen Kampfes denSpaniern sehr beschwerlich und nachtheilig werden mußte. Ja, Spa-nien hatte sich schon immer Hoffnung gemacht, bei günstiger Ge-legenheit das katholische Veltlin von dem protestantischen Graubün-