Band 
Erster Theil.
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Viertes Kapitel.

das nichts gethan hatte, als sein unzweifelhaftes Recht ausgeübt,Verträge zu schließen, mit wem es wollte. Unmöglich konnte Frank-reich einen solchen, Uebergriff Spanien's dulden, wenn es nichtanderweitig durch dasselbe gewonnen wurde. Die Regierung vonValladolid gab sich deshalb alle nur denkbare Mühe, um in An-schluß an die schon oben geschilderten Versuche ein freundliches Ver-hältniß mit der benachbarten Macht herbeizuführen. Gelangen dieseBestrebungen auch nur für wenige Monate, so war die Demüthi-gung jener beiden kleinen Staaten voraus zu sehen. Aber das warersichtlich, daß man nur mit großer Mühe Frankreich über das In-teresse täuschen konnte, welches es ohne Zweifel besaß, die Bündeund Venedig zu beschützen. Es wurden daher alle Mittel des diplo-matischen Apparates angewandt, um das gewünschte Ergebniß her-beizuführen.

Der Herzog von Lerma eröffnete den Feldzug in eigener Per-son. Mit noch größerer Freundlichkeit und Höflichkeit, als er ge-wöhnlich zeigte, knüpfte er mit Barrault ein langes Gespräch anüber die schlimmen Folgen, welche die Gegnerschaft Frankreichs undSpaniens herbeiführe, und über die Mittel zu einer festen Ver-knüpfung der beiden Kronen. Barrault ließ sich in der That ge-fangen nehmen und ging mit Freuden auf die gut gemeinten Vor-schläge des spanischen Premiers ein; man beschloß, die betreffendenVerabredungen zu größerer Wirksamkeit schriftlich zu sixiren.')

Die spanische Regierung that einen Schritt weiter. Langsamund bedächtig ging sie vor, um ihrem Stolze nichts zu vergeben,nur allmählich wollte sie das Terrain vorbereiten. Im November1603 wurde Don Juan Fernande; de Velasco, Herzog von Friasund Graf von Haro, Condestable von Kastilien und Leon, mit einerüberaus zahlreichen und glänzenden Begleitung von Edelleuten ausden vornehmsten Häusern Spanien's nach England gesandt, um

') 8iri, Nein. rve,, I. 207.

2) 1>ÄVÜL, Viäg. UecUos äs §sl. III-, 94.