Band 
Erster Theil.
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Scheinfriede.

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den Frieden mit dieser Macht zu unterzeichnen. Aber er sollte auchzugleich mit dem französischen Könige verhandeln, und diese Be-stimmung wurde mit Ostentation vorher bekannt gemacht. Diegrößten Erwartungen wurden an diese glänzende Gesandtschaft ge-knüpft. Der Condestable sollte — so hieß es — den ErzherzogAlbert mit seiner Gemahlin nach Spanien zurücksenden, wo mansie zu Königen von Valencia erheben wolle; ferner sollte er dieWahl eines Habsburgers zum römischen Könige herbeiführen unddann den Frieden mit England festsetzen, von welchem auch dieHolländer sich nicht lange würden ausschließen können; endlich sollteer Frankreich die Beweise der aufrichtigsten Freundschaft seitens desspanischen Königs geben, kurz den Zustand der Dinge in Europagänzlich und zwar nach der friedlichen Seite hin verändern, stOhne Zweifel haben die Spanier selbst diese Gerüchte ausgestreut,um so ihre Aktion gegen Graubünden zu bemänteln, um Europaund besonders Frankreich mit diesem Friedensweihrauch zu betäu-ben, so daß sie unterdeß ihr Werk in Oberitalien ungestört aus-führen könnten. Die majestätische Langsamkeit, mit welcher derCondestable reiste, war wohl berechnet, einerseits — woran ebenden Spaniern sehr viel lag — die Erwartung wegen dieser Ver-handlungen recht lange gespannt zu erhalten, andererseits den Scheinder Bedeutsamkeit für die Botschaft noch zu erhöhen. Am 16. No-vember kam der Condestable nach Bayonne, erst am 15. Dezembernach Paris. Der König Heinrich hatte ihm den Marschall vonOrnano nach Bordeaux entgegen geschickt, mit dem der Gesandtedann in Paris einzog. Die Pariser nannten, als sie die feierlicheProzession der Spanier mit ansahen, da das unzählige Gepäck derEdelleute und ihres Gefolges auf eine ungemeine Menge gemietheterMaulthiere verpackt war und die Diener selbst auf solchen ritten,den Condestable spottweise den „Botschafter der Maulthiere".

Derselbe ging sofort in das Louvre, wo er vom Könige in

') Heinrich IV. an Beaumont, tö. Nov. 1603; I,. m., VI. 175.