Band 
Erster Theil.
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Viertes Kapitel.

dessen Kabinett empfang«! wurde. Er ließ sich vor Heinrich aufein Knie nieder und wurde von demselben etwas länger in dieser Stel-lung belassen, als er gedacht hatte. Endlich hob Heinrich ihn auf,umarmte und küßte ihn. Es wurden einige freundliche Worte ge-wechselt, besonders versicherte der Condestable, daß seinem Königenichts mehr am Herzen liege, als eine feste Freundschaft mit Frank-reich zu unterhalten — und dann war die Audienz zu Ende. Nach-dem der Spanier noch der Königin und dem Dauphin in St. Ger-main seine Aufwartung gemacht, reiste er mit seinem ganzen Ge-folge wieder ab.')

Heinrich hatte ohne Zweifel mehr erwartet. Unter Verhand-lungen, die dazu bestimmt seien, das Angesicht Europa's zu ver-ändern, konnten doch unmöglich blos allgemeine Freundschaftsver-sicherungen verstanden werden; sicher hatte der König geglaubt, dieBesprechungen über eine spanisch-französische Heirath wieder auf-genommen zu sehen. Dbr Aerger über diese Enttäuschung sprichtsich in seiner sofortigen Weisung an Herrn von Beaumont, seinenGesandten in London, aus, die Bemühungen um eine englisch-fran-zösische Vermählung jetzt offener zu betreiben,

Die Spanier indeß hatten die Sendung des Condestable nurals einen vorbereitenden Schritt betrachtet, sie setzten ihre Höflich-keitsbezeugungen fort, freilich immer noch ohne etwa bestimmte Vor-schläge vorzubringen. Lrmvitor in moclo, tortitor in ro suchten

>) Heinrich IV. an Beaumont, ig. Dez.-, I>. in., VI. 680. — II Unt-tliieu, II. 292 4. L-, II 61ir. «xt., 271 I.

Jnstr. an Beaumont, 3., I I Jan. 1604. 0. in., VI. 680, 191. — ImNovember 1604 kam der Condestable noch einmal, auf seiner Rückreise nachSpanien, durch Paris und hat dann wieder eine Audienz bei dem Könige ge-habt, den er privatim für ein besseres Verhältniß zu Spanien zu gewinnensuchte. Heinrich behauptet sogar in einer Instruktion an Beaumont (8iri, Llsm.rse., I. 316 L), der Condestable habe ihm die Vermählung der Jnfantin Anamit dem Dauphin und als Mitgift die Niederlande angeboten: indeß dies istwahrscheinlich unrichtig, Heinrich wollte nur die Engländer, denen die Jnfantinauch angetragen war, mißtrauisch stimmen.