Band 
Erster Theil.
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Viertes Kapitel.

Noch andere Spione Spanien's wurden in diesem Jahre in.Menge entdeckt. So ein Priester der Diözese von Oleron in Bearn,

wohl schon hier am Platze, die besondere Frage der Schuld oder Unschuld Viilc-roy's an dem Verbrechen l'Hoste's zu erörtern. Der Umstand, das; der Letztereder vertraute Freund Villeroy's war, machte den Minister natürlich verdächtig,und das Volk verfehlte nicht, diesen Verdacht auch durch Spottverse auszudrücken(8uxx1. L I'Lst., I. e.)> so daß Mlleroy sich sogar veranlaßt sah, eine Apologiefür sich zu schreiben Manifeste äs Nonsieur äs Villsro^ snr 1'svusion äsI'Losts, son ooinmis, datirt vom 3. Mai 1604 bei Llieli. st kauf., I., XI.,256 tk.; vgl. äs Illon, I. e.; 8nU^ I. o.). Aber ebenso sind alle unparteiischensowie alle königlich gesinnten Schriftsteller einstimmig in der Zurückweisung die-ses Argwohns (auch la Force, I. 169 beschuldigte Mlleroy nicht). Es würdeselbst das von geringerem Gewichte sein; entscheidend jedoch ist es, daß der Kö-nig Mlleroy sein überaus bedeutsames Amt auch fernerhin ohne Einschränkunganvertraute und ihm unvermindert gnädig blieb. Es ist also nur anzunehmen,daß die Anklage Sully's gegen Mlleroy grundlos, der betr. Brief des Kö-nigs aber gänzlich von Sully erfunden oder doch von ihm gefälschti st. — Alle, die sich nicht dem ehrgeizigen Sully unterordneten, werden in denOeconomies royales mit dem grimmigsten Haffe verfolgt; so einerseits Bouillon,la Tremoille, Du Plessiö-Mornay, andererseits Mlleroy, Jeannin, Bellisvre,d'Ossat. Die Ersteren, die entschiedenen Reformirten, haben schon zu Sully'sLebzeiten in Mornay's Sekretär Marbault einen kräftigen Vertheidiger gefunden,welcher die Oeconomies royales Kapitel für Kapitel mit schärfster, freilich oftübertriebener Kritik durchgeht (Niell. st kauf., II., III. Xxpeuä.); die Letzterenhaben wir selbst mehrmals gegen Sully in Schutz nehmen müssen. Wir habenferner gesehen (S. 207 Nnmerk. 1), das; Sullv wohl den Muth hat, Akten-stücke und lange Erzählungen rein zu erdichten. Aber wir wollen, um unsereUnparteilichkeit zu erweisen, den ausgezeichneten Herausgeber der Iwttrss mis-sivss äs Ilsury IV. reden lassen, Herrn Berger de Vivrey. Dieser trefflicheGelehrte, der sonst, sehr gemäßigt in seinen Ansichten, den Angaben Sully'süberall Glauben schenkt und alle von ihm gebrachten königlichen Briefe alsauthentisch abdruckt, bemerkt zn diesem letzt erwähnten angeblichen königlichenSchreiben (M in., VI. 238 Note I):

„Alle, die mit Aufmerksamkeit die Oecouomies royales lesen, werden er-kennen, das; das Uebelwollen Sully's gegen Mlleroy keine Grenzen kannte;„und man findet die Ursache dieser Eifersucht in der unbestrittenen Ueberlegen-„heit Nikolas von Neufville's (— d. i. Billeroy's —) in der Leitung der großen„Angelegenheiten, einer Ucberlegenheit, welche alle Diejenigen, die von der Härte,„Nnhöflichkeit und Rachsucht Rosny's (— d. i. Sully's —) zu leiden hatten,„gerne immer wieder hervorhoben. - -. Um eine Idee von der Art zu geben, wie„Sully seine Rache ausübte, wollen wir nur sein Verfahren gegen den Kar-dinal d'Ossat anführen nach dem, was er selbst davon erzählt. Als ihm in„einem kühnen Briefe dieses Kardinals einige Ausdrücke, in denen er eine An-klage gegen sich sah, mißfallen hatten, hörte er auf, ihm seinen Gehalt aus-