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Viertes Kapitel.
ncs in der damaligen Zeit, daß sich immer wieder Elende zu die-sem traurigen Gewerbe fanden. Dem neuen spanischen BotschafterZuniga boten sich so viele Spione an, daß die spanische Regierungihm hierin Beschränkung und eine sorgfältige Auswahl empfehlenmußte!')
Welch' Gegensatz wieder zwischen Spanien und Frankreich aufallen Gebieten, nach allen Seiten hin. Wie mochte man da nochhoffen, die graubiindner Händel friedlich beizulegen! Das Interessebeider Mächte stand sich dort jetzt so unausgleichbar gegenüber, daß eineandere als eine gewaltsame Lösung außerhalb aller Möglichkeit zuliegen schien. Spanien wollte aus der einmal gewonnenen Stel-lung nicht weichen und durch die Unterjochung Graubünden's sowiedurch die unmittelbare Verbindung mit den Habsburgischen Ländernin Deutschland den fast schon gewonnenen Dominat über Italienbefestigen. Frankreich mußte dies zu verhindern suchen und im Ge-gentheil bestrebt sein, durch eine Besiegung Spanien's in der bünd-ner Sache sein eigenes Ansehen in Italien wieder herzustellen. Einfriedlicher Ausgang schien deshalb undenkbar. Ueberall spricht sichunter den gleichzeitigen Chronisten die Befürchtung aus, jener Streitwerde noch zu einem schlimmen Kriege führen. Es mischten sichbereits Kräfte hinein, deren Tragweite, deren Wirkung ganz unbe-rechenbar war. Einst hatte die Reformation großen Anklang inItalien gefunden, nur mit Mühe war sie durch Caraffa — PaulIV. — und seine Gesinnungsgenossen wieder unterdrückt worden,und noch immer gab es eine große Anzahl heimlicher Anhängerderselben auf der Halbinsel. Diese nun faßten den Streit der ihnen
') A8. Apostillen zu den Cons. des sp. Staatsr. v. I., 22. Juni 1604;Arch. v. Sim., X 1426. — Lbeventiiller (Vnn. 1?erä., VI. 2872 I.) weißweitläufig von einer Audienz zu berichten, welche nach der Hinrichtung L'Hoste'sder spanische Gesandte bei Heinrich IV. gehabt. Da aber die AngelegenheitBruneau's hier mit hinein verflochten ist, so ist diese Audienz in einen an-deren Zusammenhang zn bringen iEnde 1605), wo wir sie auch besprechenwerden-