Band 
Erster Theil.
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glaubensverwandten Graubündner gegen das katholische Spanien alseinen Kampf der neuen Lehre gegen die alte überhaupt aus. Mitder Schwärmerei, die allen unterdrückten Religionssekten eigen zusein pflegt, erhofften sie einen großen Sieg der Bündner und mitdemselben auch die Wiederauserstehung der reinen Lehre des Evan-geliums in Italien. Sie schrieben daher an die Häupter der dreiBünde: dieselben möchten sich nicht in Schrecken setzen lassen durchdie Drohungen des Grafen Fuentes, sondern fest aushalten und ge-duldig warten, bis der Herr von Edom her komme, um seine Feindezu zerstreuen. Welcher Krieg könne gerechter und ruhmvoller seinals derjenige für Freiheit und Glauben; in ihm zu sterben, sei einhohes Glück. — Heinrich benutzte diese Thatsache mit äußerster Ge-schicklichkeit zu seinem Vortheile. Er ließ sie an den Papst meldenund demselben vorstellen, wie nothwendig es sei, daß Fuentes Frie-den schließe mit den Bündnern, da sonst für die Kirche in Italiengroße Nachtheile zu fürchten seien.')

Die Unschlüssigkeit der "Graubündner, ihre inneren Parteiungendauerten noch bis zum Spätsommer 1604 fort. Endlich fandzur Entscheidung der so wichtigen Sache eine allgemeine Landes-versammlung zu Jlanz, im vorderen Rheinthale, Statt. Auchhier hörte man noch heftige Debatten über den Weg, welchen dieBünde zu verfolgen, über die Allianz, die sie einzugehen hätten; eskam darüber zu Streitigkeiten, die beinahe in einen blutigen Kampfausgeartet wären, wenn nicht Herr von Vic sich rechtzeitig in's Mittelgelegt hätte. Eine Menge von Stimmen neigte sich den Spaniernzu, theils aus Ueberzeugung, theils in Folge von Bestechung; aberdie Mehrheit war doch für Venedig und Frankreich. Diese Rhätierbefanden sich in einer eigenthümlichen Lage: aus der einen Seitehatte man die Verträge mit Frankreich und der Signorie, auf deranderen den mailänder Vertrag mit Fuentes. Eine Versöhnungderselben erschien mit Recht als unmöglich, und doch wollte man

>) ?. Aattiiisn, II. 325 .4. L.