Band 
Erster Theil.
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Viertes Kapitel.

bleiben wolle, so werde er selbst viele Länder in Spaniel, Italien,den Niederlanden und den beiden Indien auszugeben oder durchTribut zu erkaufen haben, welche Lehen der Kaiser, der Päpste oderder französischen Könige seien. — Diese Schrift der Malaspina er-regte großes Aufsehen und fand begreiflicher Weise auch vielenAnklang, besonders in Italien. Die meisten Staaten der Halb-insel ließen durch ihre Gesandten am spanischen Hofe Philipp III.gleichfalls um Abstellung dieser Beschwerden, um die Zurückziehungjener Vorladung ersuchen. Der spanische König sah wohl ein, daßschließlich die Ansprüche des Governators doch nicht würden durch-geführt werden können. Er revozirte die Ladung nicht gerade, aberer vertagte sie auf unbestimmte Zeit, und später hat man dannnichts mehr von ihr gehört.') Sie hatte nur gedient, der Weltabermals zu zeigen, wessen sie sich von Spanien zu versehen habe,besonders wenn dasselbe nicht mehr von Heinrich IV. im Zaum ge-halten werden sollte. Daß dann der katholische König sich binnenkurzem zum Herrn der ganzen apenninifchen Halbinsel machenwerde, war unzweifelhaft.

Eine so durchaus habgierige und treulose Politik, wie Spaniensie damals trieb, die jeden ihrer Nachbaren unaufhörlich bedrohete,mußte nothwendig dahin führen, daß alle Fürsten Jtalien's sich vonjenem Staate abwendeten und voll Besorgniß nach dem BeistandeFrankreich's sich umschauten. Wie sehr bedauerten sie es, daß dieseskein Besitzthum mehr in Italien hatte, von welchem aus es Spa-nien auf dieser Halbinsel entgegen treten konnte! Die Herzögevon Savoyen und Mantua, die bekanntlich früher wegen des Be-sitzes des Montferrat zerfallen gewesen^) näherten sich jetzt einander,aus gemeinsamer Besorgniß vor den Spaniern und kamen zugleichauch dem französischen Könige freundschaftlichst entgegen (Herbst1604). Heinrich traute zwar dem Savoyer nicht recht, da er dessen

0 Os Ikou, I. e.-) S. S. 72.