Band 
Erster Theil.
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347
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Scheinfriede.

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Tode beherrschen werde. Noch geneigter, als der Papst, der dochRücksichten zu beobachten hatte, zeigte sich den Franzosen sein Beich-tiger, der schon erwähnte berühmte Kardinal Baronius. st

Die Ermahnungen, welche Heinrich IV. an alle Kardinälerichtete, geschickte und eifrige Werkzeuge des heiligen Geistes zu sein,erhielten bald eine praktische Illustration an den reichen Geschenken,welche der König nach Rom gelangen ließ. Wenn man absiehtvon den verhältnißmäßig wenigen Kardinälen, die auf Ansuchenweltlicher Fürsten ernannt und daher diesen unbedingt ergeben wa-ren, und von den allerdings zahlreichen Kardinälen, die den Nepo-ten der früheren Päpste zu folgen pflegten, so waren von den klebri-gen die meisten geneigt, ihr Votum durch Geldgeschenke beeinflussenzu lassen. Spanien hatte sich so schon längst eine ergebene Parteiim heiligen Kollegium gebildet, und Heinrich begann nun dasselbeMittel auch für sich anzuwenden. Für den Kardinal von Estewurden 12,000 Livres Pension auf das Erzbisthum Auch bestimmt,zu deren Ertheilung der Inhaber diesem Prälatur erst durch allemöglichen Gewaltmaßregeln gezwungen werden mußte. Dem Kar-dinal Buffalo wurde eine französische Pension fast gegen seinenWillen aufgedrängt. Auch die Kardinäle Bevilagua und Delsiniwurden durch Versprechungen und Geschenke gewonnen. Beson-ders aber bemühten sich Heinrich und Joyeuse, der alle diese Ver-handlungen an Ort und Stelle leitete, um den Nepoten des Pap-stes, den uns schon bekannten Pietro Aldobraudini. Dieser war —im Gegensatz zu seinem Oheim — eigentlich den Spaniern günsti-ger, und wirklich verzweifelte Heinrich daran, ihn denselben ganz zuentziehen. Hatte sich doch der Kardinal durch einen Eid verpflichtet,bei der künftigen Papstwahl jeden Kardinal auszuschließen, welcherSpanien nicht genehm wäre, und demjenigen zur päpstlichen Würde

0 Depeschen Du Pcrrou's (t-ettr. et Me. clu 6. äu I'srron, 1. III. IPa-ris, 1633^ x. 337, 359 k.).

2 ) Instruktionen an Joyeuse vom 28. Okt., 5., 30. Nov. 1604, II. Jan.,7-, 16. März 1605; 4. in., VI. 315, 326, 335, 342, 363, 375 etc.