Band 
Erster Theil.
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Viertes Kapitel.

zu verhelfen, den ihm die spanische Regierung bezeichnen würde.')Aber trotzdem verlor Heinrich den Muth nicht, ihn wenigstens et-was minder parteiisch zu machen. Es war hieran sehr viel ge-legen, da ein großer Theil der Kardinäle, welcher dem Hause Aldo-brandini sein Emporkommen zu verdanken hatte, im Konklave sicherden Wegen des Nepoten folgte; 28 Stimmen waren demselben ge-wiß, während der Kardinal Montalto, der Nepot Sirius' V., nurnoch über eine geringe Zahl von Freunden gebot. Da Aldobran-dini mehr als ein Drittheil der Kardinäle hinter sich hatte, konnteer das Zustandekommen jeder gültigen Papstwahl verhindern. EineStelle in den Instruktionen Heinrich's an Joyeuse über Aldobran-.dini ist sehr charakteristisch für die Zeit und die Menschen. „Wennwir ihn", schreibt der König, „durch irgend eine Wohlthat an Geldgewinnen können, so wird dies gut angewendet sein, und ich glaubenicht, daß er es mißachtet. Denn obwohl der erwähnte Kardinalgroßem Ueberfluß an Reichthümern hat, als irgend einer seinesStandes vor ihm, glauhp ich doch, daß er sie mit Freuden ver-größert und nicht die kleinsten Dinge ausschlägt, die ihm von Nutzensein können. Er wird zwar deshalb es nicht unterlassen, die An-gelegenheiten Spanien's zu begünstigen, aber er wird dies dochweniger offen thun und auch uns in einer oder der anderen Sachegünstig sein. Ich ziehe weiter in Betracht, wie er einen so hohenFlug genommen, daß er, um ihn zu bewahren, so viel wie möglichvermeiden muß, zu einer offenen Parteinahme gezwungen zu wer-den. Wir wollen also dazu beitragen, uns selbst ein wenig (cloues-insut) zu täuschen, so lange uns dies nur Geld kostet; zumal da,uns jetzt jenem Kardinale gegenüberstellen, nichts andres hieße, alsihn ganz in die Arme der Spanier treiben und unsere Angelegen-

') Diessowiedie gestimmten Bemühungen Spanien's bei der diesmaligenund der folgenden Papstwahl sind geschildert nach Gindelp, Rudolf II. undseine Zeit, I. (Prag 1863) IV4 ff. Ich verweise also darauf ein für alleMal.