Band 
Erster Theil.
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Scheinfriede.

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heiten ruiniren." ') Wir werden sehen, daß Heinrich's Berechnungenrichtig, daß seine Ansicht von der besänftigenden Macht des franzö-sischen Geldes über den spanischen Eifer des Kardinals Aldobran-dini sehr wohl begründet war. — Aber nicht allein durch Ver-sprechungen, sondern auch durch Drohungen suchte man der himmlischenErleuchtung der Kardinäle nachzuhelfen. Als der Kardinal Sour-dis sich nach Heinrich's Meinung allzu säumig und widersetzlich be-wies, kündigte ihm der König an, daß, wenn er nicht schleunigstVernunft annehme, er nicht allein aller seiner Pensionen beraubt,sondern sogar in Rom selbst aufgehoben und nach Frankreich hinterSchloß und Riegel gebracht werden solle?) Es hat diese Ankündi-gung ohne Zweifel auf den Prälaten einen großen Eindruck gemacht,denn wir finden keine weiteren Klagen über ihn, im Gegentheilelobt ihn der König besonders?)

Auch die spanische Regierung hat von ihrer Seite nicht unter-lassen zu intriguiren, um rechtzeitig aus die Erwählung eines ihr ge-nehmen Papstes hinzuwirken. Der Kardinal d'Avila war das Hauptder spanischen Partei im heiligen Kollegium. Philipp hatte nichtverfehlt, ihm diejenigen Mitglieder zu bezeichnen, von deren Wahler durchaus nichts wissen wollte. Als solche hatte er ihm genanntdie Kardinäle von Verona, Arigone, Medici, Baronius, Bellarmin,Borromeo: die letzten drei die nach verschiedenen Richtungen hinausgezeichnetsten Prälaten der katholischen Kirche. Aber den Kar-dinal von Verona hielten die Spanier für einen Anhänger der ver-haßten Venezianer, Arigone für zu wenig weltlich, allzu eifrig kirch-lich gesinnt. Medici verwarfen sie aus demselben Grunde, wegendessen Heinrich ihn wünschte: weil er als Freund der Franzosen be-kannt war. Friedrich Borromeo war Erzbischof von Mailand undlag mit den Spaniern in beständigem Streite wegen der kirch-

9 Instruktion an Joyeuse v. 7. März 1605; 4,. rn., VI. 363 k.

2) Jnstr. an Joyeuse v. 25. Jan 1605; I>. nr., VI. 697 k.

3) Jnstr. an Joyeuse v. 21. April; I,. m., VI. 407.