Band 
Erster Theil.
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Quelle» zur Geschichte

Biron's vorlagen, da kann man selbstverständlich auf denselben fußen: aber alleAnschuldigungen gegen Biron, die aus den Aussagen La Fin's entnommen wur-den, sind nicht so sicher begründet. Der zweideutige Charakter dieses Menschenüberhaupt und dann der Grimm, den er gegen Biron hegte, machen seine Dar-stellung von vorn herein verdächtig, und auch dasjenige, was die Richter vonderselben acceptirten, kann noch nicht auf Wahrscheinlichkeit Anspruch machen.Denn es leidet keinen Zweifel, daß die Richter gegen Biron eingenommen waren,zumal der König (S. 227) von Anfang an entschlossen gewesen, den Tod des-selben herbeizuführen, durch ein furchtbares Exempel seiner Justiz die Lust zurVerschwörung gegen ihn für künftighin zu ersticken. Besonders ist als höchstunwahrscheinlich, dem Charakter und den überzeugenden Betheuerungen Biron'snach, alles zu streichen, was auf angebliche Plane des Marschalls gegen dasLeben des Königs Bezug hat. — Erwähnen will ich noch, daß das Manuskriptund die gedruckten aktenmäßigen Berichte (unten III., 1—3) sich bestens gegen-seitig bestätigen.

2. Ein handschriftlicher Band der. Kaiser!. Bibliothek zu Paris: Nunnseritstrunsuis vol. 4020. Derselbe enthält u. A. mehrere Aktenstücke, welche, die ebenbesprochene Handschrift auf das erfreulichste ergänzen, indem sie die Verhöre derMitwisser der Verschwörung „ach den! Tode Biron'S uns mittheilen. Ich nennediese Dokumente einzeln: u) x. 67 b bis 72 u: IntorroZutoirs kniet eontreLiren sur Is baren äs Imx pur Lellisvre, Aller/ st äeunni», 4. Nov. 1602in der Wohnung des Kanzlers. Lux, der zu Lebzeiten Biron's beharrlich ge-schwiegen hatte, eröffnete nun alles, was er von dessen Verschwörung wußte, vonden Zeiten der Liga an; nur was ihn — Lux — selbst kompromittiern mußte,verschwieg er. b) x. 72 b bis 73 b: Interro^utoirs äs Ob. Hebert ssers-taire äs Itiron, pur Iss meines, 28. Sept. 1602. Dasselbe enthält hauptsäch-lich die Unterhandlungen Biron's mit Bouillon und Auvergne. o) p. 74 u:Interr. äs äean Oomblat, 29. Sept. Comblat war der Agent Biron's, derzu den Unterhandlungen mit Bouillon und Auvergne benutzt wurde. SeineAussagen enthalten ziemlich dasselbe, wie Hebert's; ein weniges mehr. — Wasdiese Aussagen höchst glaubhaft und zuverlässig machte, ist der Umstand, daß sievon Personen ausgingen, die, während Biron noch lebte, hartnäckig alles, dessener angeschuldigt war, geleugnet hatten, obwohl man ihnen für ein offenes Ge-ständniß ihre eigene Begnadigung in Aussicht gestellt hatte. Es wirft dies aufihre Ehrenhaftigkeit, aus ihre Charakterstärke ein höchst vorthcilhaftes Licht, undsind deshalb ihre umfassenden Enthüllungen nach der Hinrichtung des Marschallsum so zutrauenswürdiger. Sie sind überdies von großer Wichtigkeit, da sieviele bisher wenig bekannte Umstände weiter ausführen: so die Verhandlungenmit Casal und Roncas zu Dijon, 13. März 1601 und folgende Tage; die Ver-handlungen mit dein Pater Alexander; die Unterhandlungen mit Bouillon undAuvergne rc. Die Wahrheit der Aussagen wird bestätigt durch einige der sub 4zu erwähnenden spanischen Depeschen, v. 3.-23. Jan. 1603, welche den Inhaltder erwähnten Auslagen als eine in den kompetenten Kreisen von Paris allge-mein geglaubte Sache bezeichnen, sowie durch eine kurze Augabe bei L. Nuttbisu,II. 172 b, daß Hebert nach dem Tode Biron's dem Könige die Wahrheit offen-bart habe; ihre Wichtigkeit wird anerkannt in einem chiffrirten Briefe Hein-