Band 
Erster Theil.
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379
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der Biron'schen Verschwörung.

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rich's IV. an seinen Gesandten in Venedig, Herrn de Fresnes-Canaye, »ein11. Nov. 1602 (I-sttr. wis8., V. 693). Man könnte einwenden, daß den feier-lichen und stets wiederholten Befeuerungen des spanischen Königs, er habe vonder Verschwörung nichts gewußt, gegenüber die Richtigkeit der Aussagen Lur'und Hebert'S bezweifelt werden müsse. Indeß dieser Einwand ist bei genauererErwägung nicht stichhaltig. Wir haben gesehen, daß Philipp III. mit derselbenFestigkeit und überzeugenden Dreistigkeit die Betheiligung Fuentes' in Abredestellen ließ, für die ganz unzweifelhafte Beweise vorliegen. Weshalb sollen wirnun den Spaniern in dem einen Punkt mehr Glauben schenken, als in dem an-deren? sie können in jenem ebenso gut gelogen haben, wie in diesem! Ueber-haupt war die Theilnahme an Biron's Verschwörung eine Sache, die sich höch-stens nach dem Gelingen eingestehen ließ; nachdem sie aber gescheitert war, wassollte der katholische König anderes thun, als leugnen? Unmöglich konnte er dieRichtigkeit von Heinrich's Anschuldigungen gegen ihn zugestehen. Es kommthinzu, daß die Spanier später den Sekretär Biron's, eben jenen Hebert, mitder höchst beträchtlichen Pension von 1200 Scudi bedachten (Röl. äi Ikr. kriuli,376): er mußte also erstens gewissermaßen ein Märtyrer für Spanien sein, undzweitens mußten die Spanier ihm wegen seiner Aussagen nicht zürnen; es ent-hielten die letzteren demnach keine falschen Anschuldigungen gegen sie. Fassenwir diese Beweise mit den oben angeführten positiven Gründen für die Glaub-würdigkeit von Lur' und Hebcrt's Aussagen zusammen, so müssen wir bis aufweitere Gegenargumente die Richtigkeit derselben annehmen. — ä) p. 74 dbis 75 b: Vbolition xonr 1s buron äs Imx, äonnss ü Voiitainebleau, nov.1602. Die Begnadigung des Barons v. Lux; als Grund für dieselbe wird an-gegeben, daß derselbe mehrere Besten in Burgund, die Biron gehört hatten, undwelche Lur nach dessen Tode halten sollte, freiwillig dem Könige überliefert habe.e) und k) Zwei Verhöre über die Verschwörung des Prinzen v. Joinville, x. 121b—135 u, für die Geschichte jener Konspiration bedeutsam, aber im allgemeinendes Interesses ebenso entbehrend, wie die ganze Verschwörung des jugendlichenPrinzen.

3. Aus dem Reichsarchiv zu Brüssel und zwar aus dem Bande, betiteltI7sAoeiation8 äs Vranee, Ooiievxonäunes äs 1602 ü 1608, eine Reihe vonBriefen des Agenten des Erzherzogs in Paris, Philippe d'Ayala, vom 17. Junibis 7. Okt. 1602; nebst einigen Dokumenten des Prozesses, die aber schon beiCayet gedruckt stehen. Einen'Theil der ersteren Manuskripte publizire ich amSchlüsse dieses Exkurses. Uebrigens sind die Stücke in Brüssel selbst nur amEnde des vorigen Jahrhunderts gefertigte Kopien. Der brüsseler Archivar,Wynants, emigrirte im Jahre 1794 nach Wien und nahm eine beträchtlicheAnzahl von Papieren des Staatsarchives mit; er ließ sie dann wieder zumTheil für B-üssel kopiren. Seit einiger Zeit hat die wiener Regierung die Rück-gabe der von Wynants mitgenommenen Papiere begonnen und wird höchst wahr-scheinlich auch die Originalen der hier von mir benutzten Briefe zurückerstatten.Die Briefe Ayala's, übrigens nicht mehr sämmtlich vorhanden, enhalten! 1. Mit-theilungen über den Verlauf des Prozesses, die begreiflicher Weise und, die wirdie Akten zur Hand haben, nicht viel Neues bieten; und 2. Nachrichten überdie gleichzeitigen Stimmungen und Anschauungen in Betreff des Prozesses, die