Die Vertreibung der Moriskos.
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schreiben.') Ribera hatte sich den Morisken immer als eineifriger und harter Herr gezeigt. Obwohl er wußte, daß dieselbeneinem furchtbaren Steuerdruck unterlagen, erließ er doch an dieGeistlichkeit seiner Diözese das Verbot jeder Fürsprache zu derenErleichterung. Wurden sie von der Last aus Spanien vertrieben,desto besser! Zumal die Wohlhabendem und Einflußreichernsollten durch Drohungen, sie nach Kastilien ins Elend zu senden,zur Bekehrung gezwungen werden. Die geringe Besserung, dieman in den Jahren 1599 und 1600 nach dem päpstlichen Gnaden-edikte an den Morisken wahrnahm, brachte endlich den fanatischenPrälaten zu dem Entschlüsse, seinen und seiner Anhänger ganzenEinfluß zur Vernichtung jener aufzubieten.
Im Jaüuar des Jahres 1602 reichte er dem Könige eineDenkschrift ein, in welcher er auf die schleunigste Ausrottung derKetzerei der Morisken drang. Die Klagen gegen sie seien nicht, wiemanche behaupteten, neu, sondern bereits achtzig Jahre alt; wer sieals unrichtig darstelle, müsse dies entweder aus Unwissenheit oderaus Unbesonnenheit thun. Er selbst habe leider durch seine34jährige Erfahrung als Leiter der Kirche von Valencia dieseUebel bestätigt gefunden. Die Morisken vertrauten wegen derLänge der Zeit, wo man ihre Frevel dulde, fast auf völlige Straf-losigkeit. Aber nicht allein geistliche Erwägungen, sondern nichtminder menschliche Klugheit rathe, Spanien von einer Volksklassezu befreien, die nur auf die Gelegenheit warte, es dem Türkenoder einem andern Tyrannen auszuliefern. Die größten Unglücks-fälle der Monarchie, der Untergang der unbesiegbaren Armada imJahre 1588, das vorjährige Mißgeschick in Algier/) seien nur demgöttlichen Zorne über die Duldung der Morisken zuzuschreiben,welche nicht allein viele „alte Christen" leiblich tödteten, sondern
') Vgl. Nsmnris soliro las osusss äs Irr äoesäsusis äs Lspsns, esoritssl 6,'ävii äsl 0. IX äs OIivs.ro!», 1629; Ooem«. ineä., l.V. 5 lk.
Bd. I. S. >83 f.
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