Band 
Zweiter Theil.
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Die Vertreibung der Moriskoö.

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gehorchte nur sehr widerwillig. Die ganze fanatische Partei warauf das äußerste erbittert. Im Jahre 1606 behauptete in Alcala einDoktor der Theologie in Katalonien, Paul Nidal, öffentlich: Wirsind verbunden, als Glaubensartikel anzunehmen, daß Klemens VUl.auf gesetzliche Art gewählt und wahrer Papst gewesen: aber es istnur moralisch gewiß, daß Paul V. wirklich der StellvertreterChristi ist. Als der Papst von diesen Dingen erfuhr, ließ er demGeneralinquisitor schreiben, er solle dergleichen Erörterungen unter-sagen.') Der Erzbischof von Valencia verzagte auch keineswegs.Da er wußte, daß er im königlichen Rathe angesehene Freundeund Beförderer habe, so beschloß er die vom Papste zum Heileder Morisken anbefohlenen Maßregeln in ihr Gegentheil aus-zunützen.

Er berief die von Paul V. angeordnete Provinzialsynode zu-sammen, zu der auch der König, da es sich um wichtige Staats-nnd Jnqnisitionsangelegenheiten handelte, den Vizekönig von Va-lencia, Luis Marques von Caracena, und einen. Inquisitor, denDoktor Bartolo Sanchez, sandte. Während diese Synode, unterdem Titel Junta, seit dem 22. November 1606 feierlich imPalaste des Vizekönigs, dem Befehle des Papstes gemäß, über dieMittel zur Besserung der Morisken berieth, hatte der schlaue Erz-bischof den Schwerpunkt der Verhandlungen bereits anders wohinverlegt.

Er berief aus eigener Machtvollkommenheit eine andere Junta,aus sechs Mönchen verschiedener Orden, vier Weltpriestern undProfessoren der Theologie bestehend, zusammen. Dieser legte er-folgende Fragen vor: 1) Sind die Morisken rückfällige Ketzer?2) Darf man ihre Kinder taufen und sie ihnen belassen? 3) Sollman sie zur Annahme der Sakramente zwingen, obwohl manfürchten »ruß, sie dadurch eine Entweihung begehen zu lassen?

') Ickoronte, Geschichte der spanischen Inquisition (übersetzt von Mole,Ginnnd 1821) III. 514.