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Zweites Kapitel.
4) Darf man ihnen erlauben, ihre Glanbenszweisel darznthun,und das Geständniß derselben in der Beichte entgegennehmen, ohnesie der Inquisition anzuzeigen? — Indeß so sehr der Prälat ge-hofft hatte, in dieser Versammlung von ihm erwählter Vertrauens-männer nur Anhänger seiner d. h. der unduldsamen Ansichten zufinden, war doch ein Theil dieser Theologen anderer Meinung.Nur über die vierte Frage einigten sie sich, allerdings in negativemSinne, wegen der allzu großen Verstocktheit der Morisken. Abermit der Willenskraft und Unbedenklichkeit in der Wahl der Mittel,welche die klerikale Partei stets ausgezeichnet haben, trat hier derErzbischof dazwischen, indem er die von ihm an die Versammlunggestellten Fragen nunmehr selbst entschied: „Ja, die Morisken sindrückfällige Keßer. Nein, es ist nicht erlaubt, ihre Kinder zu taufen.Nein, man darf sie nicht zum Abendmale zulassen." Diese Ent-scheidungen wurden als die der Nebenjunta der offiziellen Junta mit-getheilt, welche hiernach ihren Bericht fertigte. Es wurde —scheinbar ganz nach dem Willen des Papstes — eine ausführlicheInstruktion für die mit den Predigten unter den Morisken zu be-- auftragenden Geistlichen angefertigt, ja in übertriebenemWohlwollen Geld verlangt, um die Morisken auch hier-mit anzulocken, „in Nachahmung Jesu Christi unsers Herrn„von dem das heilige Evangelium sagt: Oocpit llcsrw tüocrc (ick„v8t donctücoio) ot «lockre." Aber was hinter all diesen schönenWorten verborgen lag, was die eigentliche Meinung der Juntawar, zeigte sich am Schlüsse des Berichtes, wo es hieß: man solleeinstweilen den Morisken die Taufe zurücknehmen und sie während- der Dauer eines neuen von dem Papste zu erlangenden Gnaden-ediktes unterrichten; würden sie dann nicht verlangen, von neuemgetauft zu werden, so sollten sie sämmtlich vertriebenwerden. (März 1607).
Die Morisken wurden durch ihre Spione von der Umwälzung,die sich zu ihren Ungunsten am kastilischen Hofe vollzog, und vonden Berathschlagungen der valencianer Junten gegen sie trefflich