Band 
Zweiter Theil.
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Die Vertreibung der Mrriskos.

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unterrichtet; keine Wunder, daß sie dem drohenden Unheil durchabermalige Verschwörungen entgegen zu wirken suchten. Sie er-neuerten ihre alten Verbindungen, setzten sich Syndiken und Pro-vinzialhäupter und wieder einen allgemeinen König, welcher En-rique Companero hieß, und dessen Gemahlin, die den bedeutsamenNamen Esperanza führte, als Königin verehrt wurde. Sie sollensogar zwei Abgeordneten, Suleiman aus Torrestorres in Valenciaund Said aus Torrella in Aragon, nach Konstantinopel geschickthaben. Wie gewöhnlich, wurde etwas von diesen Vorbereitungenzum Aufruhr ruchbar: der König ernannte Untersuchungskoni missionen,die in die verschiedenen Provinzen sich vertheilten, und von deneneine immer schrecklichere Sachen herausbrachte als die andere. DieMoriöken hatten sich einen Khalifen gesetzt, welcher mohamedaniichePriester ernannte und Ablaß für die gräßlichsten Sünden für24 Realen verkaufte, welches Geld dem Türken zur Unterstützung seinerUnternehmungen gegen die Christenheit ausgeliefert wurde. GroßeReichthümer wurden heimlich von den Morisken nach Konstantinopelgeschafft. Die Falschmünzerei wurde systematisch von ihnen be-trieben. Die Morisken in Estremadura hatten einen förmlichenStaatsrath eingerichtet, dem alle gehorchten, und der häufig Christenals feindlich oder gefährlich tödten ließ. Das war aber noch nichtdas Schlimmste: die Morisken hatten Muley-Silan, den Sultanvon Marokko, gebeten, mit einer Armee in Spanien zu landen,dann würden sie sich sämmtlich erheben und ihm 150,000 Streiterstellen. Daß sie mit Frankreich und den „Jnselrebellen" gleichfallsgute Freundschaft hielten, verstand sich von selbst; den letztemsollten sie versprochen haben, ihnen einen festen Platz an der Meer-enge von Gibraltar zu verschaffen.')

Diese und andere Greuel förderten die Untersnchungs-kommissioncn und die Inquisition mit um so größerer Sicherheit

') Osbrsr», II. April 1609. p. 367. —- OaräoiiA, Lxpulsion sust.ä. I. Nor. v8p., 1l. toi. 39 b. 41b. tk.