Die Vertreibung der Moriskes.
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sowohl dem immer mehr sich verstärkenden Strome der öffentlichenMeinung als auch dem Wunsche des allmächtigen Ministers sichzu widersetzen. Sie stellten die Nachtheile vor, welche Ackerbauund Handel und die Kasse des Königs durch die Vertreibung derMorisken erleiden würden. Es sei außerdem ein so furchtbarerAufstand, wie der von 1571, zu besorgen; und selbst fände diesernicht Statt, so würden die Vertriebenen die Kräfte der nord-afrikanischen Mauren verstärken, diese zur Feindschaft gegen Spa-nien aufreizen und ihnen als Kundschafter große Dienste zuleisten im Stande sein. Auch brauche des Königs Gewissen sichdurch Beibehaltung der Morisken nicht beschwert zu fühlen; die-selben würden sicherlich ganz gute Christen werden, wenn erstensdie Prediger jenen verständlich d. h. in arabischer Sprache redenwürden; zweitens die Geistlichen mehr Sanftmut!) und Geduldzeigten als bisher; drittens für häufigere Zwischenheirathen zwischenalten Christen und Morisken Sorge getragen würde; viertens mandie Kinder der letztem in besondern Kollegien in der Religionunterrichtete.
Diese einsichtigen Erinnerungen und Vorschläge der Mehrheitdes Staatsrathes, obwohl auch sonst von treuen und bewährtenDienern des Königs unterstützt,') vermochten jedoch wie immer,nichts gegen den einmal von dem Herzoge von Lerma unweigerlichgefaßten Beschluß, die Morisken aus Spanien zu entfernen. DieEinwendungen, welche die Minderheit der Räthe gegen das vonihren Kollegen vorgeschlagene mildere Verfahren den Moriskengegenüber machte, waren zwar ganz verkehrt und nur durch theo-logische Gründe einigermaßen in ihrer Schwäche herausgeputzt:aber der starke Einfluß des Herzogs stand hinter ihnen. Wie ge-wöhnlich war dessen Wille auch des Königs Beschluß, das Schicksalder Morisken war besiegelt.
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