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Zweites Kapitel.
gehen könnten. In der That kam der Befehl Ende Juli, undMitte August hatten sich an dem bestimmten Orte des Rendez-vous, Mallorca, die Flotten von Spanien, Portugal, Barcelona,Sizilien, Neapel, Genua, zum Theil auch von Indien eingefunden,62 Galeeren und vierzehn Galeonen, besetzt mit 7725 Soldaten,die fünf verschiedenen Regimentern angehörten. Sie durften keinemSchiffe das Auslaufen aus dem Hafen von Palma erlauben, damitkeine Kunde von ihrer Vereinigung nach Spanien käme.') Auchwurden Ordres gegeben, um im geeigneten Augenblick die kastilischenHommesd'armes und leichten Reiter, welche die stehende Macht inSpanien selbst ausmachten, unter dem Befehle ihres General-inspektors (Vssäor gonorul) Don Pedro Pacheco an die GrenzenValencia's führen zu können; denn mit dieser Provinz als der vonMorisken bevölkertsten und deshalb bei längerm Zögern gefährlichstensollte der Anfang gemacht werden.
Nachdem diese Dinge in der höchsten Stille vorbereitet waren,berief der König (4. Juli 1609) den Maestro de Campo DonAgustin Mexia, einen in den flandrischen Kriegen bewährtenSoldaten, zu sich, ernannte ihn zum Generalobersten der Truppenin Spanien und theilte ihm sein großes Vorhaben mit. 60,000Goldthaler wurden ihm vom Herzoge von Lerma vorläufig ausdessen Privatmitteln mitgegeben , damit die Finanzbeamten nichtsvon der Sache erführen. Nur mit dem Vizekönig und dem Erz-bischofe von Valencia sollte Mexia die Angelegenheit mit absoluterVerschwiegenheit behandeln. Mit vieler Andacht wohnte der Königdem Gottesdienste bei — es war der 4. August und, dies warwohl kein Zufall, gerade das Fest des heiligen Dominikus —und bat Gott um Hülfe bei seinem heiligen Vernichtungswerkegegen die Ketzer. Zu Hause angekommen, fand er von demStaatssekretär Andres de Prada die nöthigen Depeschen an denVizekönig, Erzbischof und einige Militärbeamte Valencia's vorbereitet,
) I'orreüo, Oielios x Heelioü äo ktietips III. 285.