Band 
Zweiter Theil.
Seite
153
JPEG-Download
 

Die Vertreibung der McriskoS.

153

tragen: nur wollen sie nicht in dem verhaßten Lande der Sklavereisterben. Eine maurische Frau, die im Begriffe war, niederzukommen,wies alle Hülfe, die man ihr auf dem Lande angedeihen lassenwollte, zurück; in ihren Schmerzen mußte man sie aus ein Schiffbringen, damit sie ihr Kind in Freiheit zur Welt brächte. Schonunterwegs und in den Häfen bekannten sie sich, den langenlästigen Zwang froh von sich werfend, zur Religion Mohamed's;auch die bisher aufrichtige Christen gewesen waren, ließenvon dem allgemeinen Taumel sich mit fortreißen. Sie vcrheira-theten sich unterweges in, von der Kirche verbotenen Graden undfeierten die Hochzeit unter Gesang, Tanz und Flötenfpiel, mit denbesten Gewändern angethan. Dazu kam, daß die Einschiffungvon einem so beständig schönen Wetter begünstigt wurde, daß dieSeeleute behaupteten, es sei dergleichen seit fünfzig Jahren nichtdagewesen.

Wären nur genug Schiffe vorhanden gewesen, so hätte sichgewiß gleich zuerst die Mehrzahl fortführen lassen. Zuerst fuhren,am 2. Oktober, von Denia 5555 Menisken aus den Besitzungendes Herzogs von Gandia ab. Bald nachher gingen in Alieante14,000 Menisken unter Segel, und vom Hasen von Valencia8000; alle theils auf den königlichen Galeeren, theils auf vomStaate gemietheten Privatfahrzengen. Noch einige andere Tau-sende von Menisken mochten die Zeit der Rückkehr der Schiffenicht erwarten und mietheten Privatfahrzeuge, um nur so schnellwie möglich zu ihren Glaubensgenossen zu gelangen. So wurdedie Zahl der Menisken, die bis zum 7. Oktober Valencia verließen,auf 30,000 berechnet. Die übrigen erwarteten mit Sehnsuchtdie Wiederkunft der Armada, die sie nach Afrika hinüberführensollte.')

Indeß es traten doch baldigst zahlreiche Umstände ein,welche den Eifer der Menisken für die Einschiffung bedeutend

') I'onsees,, 270. tll — Ltväs 1000 L — 6-wrsrs, 385.