Band 
Zweiter Theil.
Seite
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Die Vertreibung der Moriskos.

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Morisken die unentgeltliche Beförderung nach Afrika entzogen;den Reichen wurde anbefohlen, für die Armen den Preis der Ueber-fahrt mit zu bezahlen?)

In Folge dieser Maßregeln und der immer ungünstigemNachrichten von den Eingeschifften bemächtigten sich Unmuth undVerzweiflung der valencianer Morisken. Es fiel auf, daß sich seitMitte Oktober fast nur Frauen, Kinder und Greise auf die Fahr-zeuge begaben: Plötzlich hörte man, daß die kräftigen maurischenBewohner der Gebirgsgegenden südlich vom Lucar sich erhoben hätten.

Don Agustin Meria, ein tapferer kriegserfahrener Soldat,erkannte, daß hier sofort eingegriffen werden müßte, um den Auf-stand sich nicht ausdehnen zu lassen. Er sandte deshalb 136 Sol-daten nach Mnrla, einer von „alten Christen" bewohnten Stadtin der bedrohten Gegend. Dieser Ort. liegt in der Mitte derTierra Al-Aguar, des wilden Gebirgsstockes, welcher südlich dievalencianer Küstenebene, die fruchtbare Huerta de Valencia, be-grenzt und sie von der Huerta von Mnrcia trennt. Indeß dieAnkunft dieser geringen Zahl Soldaten, weit davon entfernt, dieMorisken zu entmnthigen, gab vielmehr das Signal zum all-gemeinen Aufstande. Die Soldaten hatten selbst hierzu beigetragen,indem sie den Morisken höhnisch zuriefen: sie möchten nur nachAfrika gehen, da würden sie alle niedergemacht. Diese Worteerhöhten die Verzweiflung der Morisken. Die ganze Sierra warbald unter den Waffen, aufgestachelt von einem Mauren MelliniSaguien, der zum Widerstände werbend im Gebirge umherzog.Die Morisken beschlossen, lieber im Vaterlande mit den Waffenin der Hand zu fallen, als auf fremdem Boden elend und nn-gerächt umzukommen. Sie fielen in die Ebene ein, tödtelen vieleChristen, beraubten die Ortschaften, steckten Häuser, Kirchen undSchlösser in Brand, verhöhnten die kirchlichen Geräthe, zer-trümmerten die Heiligenbilder. Die friedlichen Morisken wurden

') Llocla, 1009.