Band 
Zweiter Theil.
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Zweites Kapitel.

gezwungen, sich mit den Aufständischen in die höchsten Gebirgs-thäler der Sierra Al-Aguar zu begeben; Mund- und Kriegs-vorräthe wurden hier aufgehäuft. Meltini Saquien wurde zumKönige dieser Aufständischen erwählt.

Die Einfälle derselben in die Küstengegend trugen bald ihreFrüchte. Auch hier erheben sich, von dem Menisken Turigi an-gefeuert, dessen Stammesgenossen z 15—20,000 Menisken nahmen,allerdings nur nothdürstig bewaffnet, an deni Aufstande Theil.Sie streiften bis nach Llombay, nördlich vom Lucar, etwa sechsMeilen von Valencia, so daß der Vizekönig den Ort durch eiligstabgesandte Truppen sichern mußte (Ende Oktober). In derganzen Gegend südlich vom Lucar waren es nur die Küstenstädteund das rings von den Feinden eingeschlossene Murla, die sichgegen die Empörer hielten^

Die spanischen Oberoffiziere konnten nicht mit der Schnellig-keit, wie sie es wohl gewünscht hätten, dem Aufstande entgegen-treten, weil sie ihre wenigen Soldaten in den Küstenstädten undauf der Flotte vertheilt hatten und mit dem geringen Neste dieMorisken in ihren natürlichen Festungen nicht anzugreifen wagten.Unterdeß ging aber auch die zweite Abtheilung von Moriskenunter Segel, so daß bereits 70,000 im ganzen fortgeschafft waren.Dadurch wurden die Truppen in den Küstenstädten frei, und zu-gleich kam eine königliche Ordre an, welche die strenge Unter-drückung des Aufstandes anbefahl. Deshalb rückte Don Sanchode Luna, als er von dem bedrohten Zustande des nur von seinerkleinen Garnison und den Einwohnern vertheidigten Murla hörte,mit den drei Kompagnien seines neapolitanischen Regimentes, dienicht auf der Flotte waren, nach Murla. Kaum hier angekommen,überfiel er mit nur 300 Mann eine starke MmÄkenschaar, welcheaus dem Guadalestethale den Aufständischen zur Hülse zu ziehenim Begriffe war, und zersprengte sie völlig. Aber aus die Berge,wohin die Geschlagenen sich zu den Ihrigen flüchteten, wagteDon Sancho ihnen nicht zu folgen. Bald sah die kleine Truppen-