Band 
Zweiter Theil.
Seite
167
JPEG-Download
 

Die Vertreibung der Mcriokeö.

167

Gelde — 2 V, Mill. Livres, nach heutigem Geldwerthe etwa 5 V- Mill.Thaler — gefüllt, gingen nach Frankreich, durch das Siegel derGesandtschaft geschützt. Da die Ausfuhr von Edelmetallen überhauptverbeten war, wurde einer der Koffer in Buytrago angehalten;aber der Gesandte beschwerte sich so laut und stolz über denBruch des Völkerrechtes, das einem Gesandten gehörige Gepäckmit Beschlag zu belegen, daß das Embargo aufgehoben wurde unddie Gelder der Morisken ihren Weg nach Frankreich fortsetzten.')Man erhält aber eine Anschauung von dem Wohlstände der Ver-triebenen, wenn man liest, daß trotz jener Geschäfte der kleine OrtHornachos allein 20,000 Dukaten, einzelne Morisken je 4000 Du-katen Ausfuhrzoll für die nach Afrika mitgenommenen Waarenzahlten. Ihre kleinen Kinder wußten sie sich zu bewahren, indemsie ihren Weg nach. der Nordküste von Afrika zunächst über Italienund besonders Frankreich nahmen?) Aus Andalusien nebst Gra-nada wanderten nach geringer Schätzung 80,000, aus Mureia6552 Morisken aus?)

So ging Schritt für Schritt die Ausrottung der ehemaligenHerren der pyrenäischen Halbinsel vor sich. Das Unheil, welchesden Süd-Osten und Süden .des Reiches betroffen hatte, näherte sichnun auch dem Nord-Osten, den Provinzen Katalonien und Aragon,wo zusammen 82,000 Morisken ihren Wohnsitz hatten?)

Schon seit dem Oktober 1609 hatte der Vizekönig dieserProvinz, Don Franeisco de Moncada Marques von Aytona, eindurch Fanatismus und Unfähigkeit gleich ausgezeichneter Mann,die Vorbereitungen zur Austreibung treffen müssen. Die Mo-

0 Cottington am Trumbull, 11. Februar 1610; IVinirooä Asmormls,III. 118. — >Vatson, kkilipp III.

0 6nl>rsra, 13. März 1610 sp. 399).

^) Msäu, Lorüuieu. — 6udrers p. 102 spricht von mehr als 100,000.— k'r. (ÄscLles, I)iser>rso8 Ristorioos äs Uuroiu ZMurcia 1621) toi. 261.

0 1'orroiio, 28. — (Äbrsrs, 8. Mai 1610 <P. 105) eto. — Illoä»,Ooröniea, 1019. 1053. — Andere viel höhere Schätzungen übergehe ich.