Band 
Zweiter Theil.
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Zweites Kapitel.

bei der Wiederansiedelung ihrer alten Mitbürger durch die Fingergesehen hatten!') Ueberall waren eben die bessern Klassen derBevölkerung einsichtiger und humaner, als die Regierung, derenblinde Wuth dem unglücklichen Volke gegenüber gar keine Grenzenkannte.

Selbst die kleinen Kinder, welche einst die frommen Damenvon Valencia den Morisken gestohlen, um sie in der christlichenReligion aufzuziehen, wurden jetzt entfernt. Der Grund, welchender fanatische Erzbischof für diese Maßregel anführte, und der auchin den Erwägungen des königlichen Rathes entschied, zeigt, wiesehr damals die Spanier bereits an ihrem eigenen Volksthum ver-zweifelten. Die Vermehrung der Morisken sei eine so un-verhältnißmäßig größere, als die der eigentlichen Spanier, daßjene diesen hierdurch bald wieder überaus gefährlich werden würden!Niemals aber hat eine so richtige Erkenntniß zu so verkehrtenMaßregeln geführt.

Im Thale von Ricote im Königreiche Mnrcia lebten in 24Ortschaften etwa 15,000 Morisken, die seit Jahrhunderten bekehrt,die Vorrechte alter Ehristen hatten. Sie waren deshalb bei derallgemeinen Austreibung Übergängen worden. Indeß die klerikalenEiferer wurmte es, diese friedlichen Ortschaften von der Ver-~nichtung verschont zn sehen, die sonst alle Morisken betroffenhatte. Man behauptete daher, sie hätten mit den nach AfrikaVertriebenen Verbindung unterhalten und einige heimlich Zurück-gekehrte verborgen. Im Herbste 1613 wußte Lerma den Königzur Ausweisung dieser letzten Zieste der Moriskenbevölkerung zubewegen!

Man konnte, blieben auch wenige einzelne zurück, im Januar1614 die Austreibung der Morisken aus Spanien als vollendet

') Osdrsru, I. Zum 1613; x. 522. — ärmer, 351 k 355 1.

0 Llsäu, Oorönierr, 1058 1k. — Oulireru, 18. Nov. 1613; x. 537 k— Ousekckes, Oisours. xolit. äs Nureia tot. 262: die letzten Morisken vonRicote wurden erst 1618 fortgeschafft.