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Zweites Kapitel.
in Spanien in übelster Lage, verfiel in manchen Prvvinzen vonnun an fast gänzlich. Die Felder standen öde und gaben keineErnte; in den Schneider- und Schusterwerkstätten und Seiden-webereien, die zumeist von den Morisken betrieben worden waren,ruhte die Arbeit. Auch die Gewerbe der Seiler, Mattenflechter, Töpfer,Tapeziere, Gärtner und Thierärzte, ,der Hausirer und Kleinhändler— in allen diesen hatten die Morisken die Mehrzahl gebildet') —büßten beträchtlich ein. Freilich gaben sich die Grundherren, diedadurch ihre besten Einkünfte verloren, die größte Mühe, die ver-lassenen Orte wieder zu bevölkern; aus Kastilien, Mallorca, Frank-reich, ja bis aus Genua wurden Einwanderer herbeigeholt. Eswurden ihnen die Ländereien ganz unentgeldlich überliefert, gegendie Bedingung der jährlichen Abgabe eines Theiles der Früchte,in den meisten Fällen des Viertels. Aber diese Wiederbevölkerungkonnte unmöglich den gewünschten Erfolg haben. Wie ließ sicheine halbe Million Menschen so schnell ersetzen. Freilich die frucht-baren Ländereien fanden bald Anbauer — wie denn die überausüppige Huerta von Valencia binnen wenigen Jahren sich einiger-maßen wieder mit Bewohnern gefüllt hatte ^) aber die rauhem,steinigem und wasserärmem Gegenden, welche nur durch diefleißige Mühe der Morisken der Kultur gewonnen und erhaltenworden waren, vermochten niemanden anzuziehen: sie verfielen indie alte Wüste und Oede. Zahlreiche Ortschaften, früher dicht be-völkert, enthielten keine lebende Seele mehr und zeigten ihreHäuser und Hütten in Ruinen. Besonders Andalusien hatte ganzungemein an Bewohner verloren. Dazu kam, daß doch die meistenneuen Anbauer Spanier waren, die nur ein weniger einträglichesBesitzthum oder Gewerbe mit den rentablen Ländereien in frucht-baren Strichen vertauschen wollten. So wurde auf der einen
>j OsräonL, Ilxxulsion,ju8tis. äs I. Nor. ssp., II. toi. 34b.
Vgl. die Pachtregulirung vom 13. August 1610; blavurrete, Vooum.ineä. XVIII. 25 L
2) Lleäs, Ooronies, 1030.