Die Vertreibung der MorikkoS.
181
Seile ziemlich verloren, was man auf der andern gewann. Auchließen sich die neuen Ankömmlinge von den Herren nicht dieharten Auflagen gefallen, die früher auf den Morisken gelastethatten: sie übernahmen nur unter viel mildern Bedingungen dieZinspflicht an die Herren, welche dadurch auf immer einen be-trächtlichen Theil ihrer Renten einbüßten. Auch der Staat undder öffentliche Verkehr litten empfindlich unter der Einbuße. Aufden Aljamas oder moriskischen Gemeinden ruhten zahlreiche Renten,die zur Erbauung und Unterhaltung von Straßen, Brücken,Wvhlthätigkeitsanstalten, Klöstern bestimmt waren: alles dies fieljetzt fort, ohne daß man für jene Werke und Institutionen einenErsatz gefunden hätte. Alan versuchte zwar, denselben andereQuellen des Einkommens zu verschaffen; aber bei der Ueber-bürdung des Volkes mit Steuern und bei der übermäßigenErschöpfung des Staatsschatzes gab es keine Möglichkeit derDeckung.')
Durch alle diese Umstände mußten die von der Austreibungbetroffenen Provinzen in die übelste ökonomische Lage gerathen.Um den verarmten Grundherren wenigstens die Möglichkeit zurBefriedigung ihrer Gläubiger zu geben , mußte der König ihnenim Jahre 1614 die eingezogenen Moriskenländereien, die ihm zu-gefallen waren, weil sie freies Besitzthum gewesen, vertheilen.Aber damit war doch nur der dringendsten Noth abgeholfen, unddie Lage jener blieb eine überaus gedrückte. Das Schlimmstewar, daß in Folge der in allen Schichten des Volkes eingetretenenZerrüttung der Verhältnisse .eine arge. Geldkrisis eintrat. DieDepositenbank in Valencia machte Bankerott mit einem Deficitvon mehr als einer Million Dukaten. Ebenso die Bank vonBarcelona, welche die angesehenste und reichste in allen Ländernder Krone Aragon gewesen war. Um dem hieraus entstehendenSchaden abzuhelfen, wußte mau nichts Besseres vorzuschlagen,
') t'unsse», luüw Lxpulsiv», 322 ü'.