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Zweites Kapitel.
als den Werth des Geldes künstlich zu erhöhen! Nur die Bankvon Zaragoza hielt sich noch.')
Die Einzigen, die von der Austreibung der Morisken Vor-theil zogen, waren — wie gewöhnlich — der Herzog von Lermaund seine Familie. Von den Steuern und Geldern, die manden unglücklichen Vertriebenen abgepreßt hatte, ließ sich Lerma250,000 Dukaten geben; der Herzog von Uceda, .sein ältesterSohn, 100,000; ebenso viel der Gras von Lemos; und dessenGemahlin, Lerma's zweite Tochter, 50,000. So hatte die Familiedes Günstlings sich mit einer halben Million Dukaten oder — nachrelativem Werthe — 3'/s Millionen Thaler aus der jenen Unter-drückten abgenommenen Beute bereichert, während sonst der Staatund die Privaten durch die Maßregel auf das empfindlichste ver-letzt wurden. 2)
Ueber all das Unheil trösteten sich die frommen Spanier, in-dem sie meinten, man müsse das kleinere Uebel für das größereGut, zu Ehren Gottes gelitten zu haben, ertragen. Auch seienauf die Austreibung der verruchten Morisken nach außen größereErfolge der spanischen Waffen, nach innen reichlichere Ernten ge-folgt. Uebrigens sei der Schade nur ein vorübergehender, augen-blicklicher. Wie man sich gern einer schmerzhaften Operationunterwerfe, um einem stets beschwerlichen und lebensgefährlichenUebel ein Ende zu machen: so müsse man auch die Leiden, dieaus der Moriskenaustreibung entstünden, ertragen, da sie einetödtliche Krankheit aus dem Körper Spaniens entfernt habe. Baldwerde dieser, völlig geheilt, wieder aufblühen?)
Sollten die spanischen Staatskünstler wirklich dieser Ansichtgewesen sein, sie nicht bloß vorgeschützt haben, so mußten sie baldihren gänzlichen Irrthum einsehen. Nichts vermöchte unS über
') Oitdrora, 8. Febr. 1614; p. 546.
4Vs.tson III. 175.
^) l'onsees, 331 t. — Lloä-t, Ooröniea, 1030.