Band 
Zweiter Theil.
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Frankreick's innere Zustande unter der Regierung Heinrich's IV.

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vermochten von unziemlichen Vertraulichkeiten der beiden nahenVerwandten nichts zu berichten.

Und nun stelle man sich diese junge blühende Prinzessin vor,die vom Leben noch alle seine Freuden zu fordern hatte, ver-heirathet an einen bejahrten grauhaarigen Gemahl, der sie zuerstzwei Monate hindurch in Frankreich allein ließ, um dann mit demStaub und Schweiß der Reise bedeckt bei ihr einzutreten undsofort mit der Brutalität, an die er bei seinen Maitressen sich ge-wöhnt hatte, die Gattenrechte bei ihr geltend zu machen. In-zwischen hatte die Marquise von Verneuil nur einen Tag vor derAnkunft Mariens Lyon unter schimpflichen Drohungen gegen dieseverlassen! Sie fuhr fort, sich für die rechtmäßige Königin zu er-klären: und kaum war Maria einen Monat verheirathet, als sieihren unbeständigen Gemahl ihre Gesellschaft wieder mit derjenigender Verneuil vertauschen sah. Woher hätte sie wohl aufopferndeLiebe zu ihm schöpfen sollen? Richelieu, der ihr gewiß nicht allzugroßes Wohlwollen zollte, bezeugt, daß sie zuerst alle Wege derBitten und Vorstellungen beschritt, um Heinrich seinen Aus-schweifungen zu entreißen; erst als nichts verfangen wollte, verlorsie die Geduld und begann, dem Könige heftige Szenen zu be-reiten. °)

Sie war in Zurückgezogenheit, in strenger spanischer Sitteund in Frömmigkeit aufgewachsen; nun sah sie sich plötzlich anden rauschenden, frivolen, halb ketzerischen französischen Hof versetzt,wo man ihre Schüchternheit verlachte, ihr fremdes Wesen ver-achtete, sie spottend mit den Geliebten ihres Gemahles verglich;wo dieser selbst ihr die Schmach anthat, bei ihrer ersten Ankunftin Paris sie zu öffentlichem Empfange der kecken Entragues zuzwingen. 2) Das Schicksal ihrer Mutter stand der unglücklichen

') Nemoires äs Rictielieu, 4 t. (sä. kotitot, Serie II. t. 21; Paris 1823).y I^ouise äo Conti, Listoire äes amours «tu Zraiiä Xleimäre, Vi-ckivos Curisuses, XIV. 335 tt'. — Ltemoirss äs Lassoillpisrrs (sä. I'etitot,II., XIX., 287).