Band 
Dritter Theil.
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Erstes Kapitel.

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ein entschiedeneres Auftreten anbefehlen. Demgemäß erklärte der-selbe Ende Januar 1607 dein Senate gewissermaßen auf seinEhrenwort, der Papst werde nur unter der von ihm — Castro —angegebenen Bedingung, nämlich daß vorher die Signoria dieausdrückliche und öffentliche Versicherung gebe, die streitigen kirchen-politischcn Gesetze nicht auszuführen, die verhängten Censuren auf-heben?) Allein dieser kühne und übereilte Schritt Castro'shatte nur die Folge, der spanischen Vermittlung überhaupt ein un-erfreuliches Ende zu bereiten. Der Senat gab wie immer eineabweisende Antwort; Don Franeisco hatte sein letztes Wort ge-sprochen, und so schien die Schuld des völligen Abbruches derVerhandlungen auf die Spanier zu fallen. Damit brachten sieaber nicht nur in Venedig, sondern fast mehr noch in Nom alleswider sich auf.

Es waren mannigfache Gründe, die jetzt den einst sokriegerischen Muth des Papstes völlig gebrochen hatten. Zunächstwar der Papst ja nicht nur geistlicher, sondern auch weltlicherFürst, und als solcher erfaßte ihn — wie alle Machthaber Jtalicn's— bei leidenschaftloser Ueberlegung die Furcht vor dein stetsanwachsenden spanischen llcbergewichtc auf der Halbinsel vonneuem und um so mehr, als zu demselben ein spanisch-päpstlicherKrieg gegen Venedig zuvörderst beträchtlich beitragen mußte.Andererseits beunruhigten ihn wieder die französischen Rüstungennicht wenig; würde doch eine Niederlage Spanien's im Kriegezugleich eine Niederlage des Papstthumes bedeutet haben! Zudiesen weltlichen Erwägungen kamen dann Betrachtungen mehrgeistlicher Natur, die Paul V, aber nicht weniger friedlich stimmenmußten. Je länger der Zwiespalt dauerte, je länger das Volkund selbst die Geistlichkeit Vcnedig's die vom Papste ausgesprochenenKirchenstrafen gar nicht beachteten, je mehr von diesem Staate die

0 8arpi 2211 f. 235, — KIü, Censulta des spanischen StaatSrathcs mitkönigl. Apoftille, Madrid, 17. Febr.; Paris, National-Archiv I(, 1426.