Band 
Dritter Theil.
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härtesten Anklage- und Streitschriften wider den heil. Stuhl, javielfach die römische Kirche überhaupt ausgingen: desto tiefer mußteoffenbar das Ansehen der Kurie geschädigt werden. Es lag imdringendsten Interesse des Papstthumes, einer Lage der Dinge einEnde zu machen, in welcher dasselbe mit seiner ganzen geistlichenRüstkammer eine ziemlich trübselige Rolle spielte, zur Freude undzum Hohngelächter aller Ketzer. Aber noch mehr; diese letztemrüsteten sich auch noch auf andere Weise, aus den: StreiteVenedig's mit dein Papste Nutzen zu ziehen, bei dieser GelegenheitBresche in die festgefügte Katholieität der italienischen Halbinselzu schießen. Deutsche, genfer und französische Protestanten hattenmit Fra Paoli Sarpi, seinem noch entschiedenem und feurigemFreunde Fra Fulgenzio und andern Neuerem enge Verbindungenangeknüpft. Nichts Geringeres betrieb man, als einen beträchtlichenTheil der venctianischen Bevölkerung und womöglich durch den-selben allmählich den ganzen venctianischen Staat zum Protestan-tismus herüberzuführen. Einem Abgesandten der französischenHugenotten, dem Herrn v. Ligues, versicherte Fra Paolo: es gebevom Volke mindestens 12—15,000 Personen, die bei der erstensich darbietenden Gelegenheit in geschlossener Blasse die römischeKirche verlassen würden. Außerdem rechnete man, um die Gemeindezu vergrößern, auf die protestantischen Deutsche», Niederländer undBündner, die in Menge in der Lagunenstadt lebten.') Wenn dieseHoffnungen und Angaben auch etwas chimärischer Natur waren,so lag doch die Möglichkeit nahe, daß bei der zweifellos anti-päpstlichen Gesinnung eines beträchtlichen Theiles der Venetianerdie längere Dauer und größere Verschärfung des Streites einenAbfall, wie der England's zwei Menschenaltcr früher, in kleinerem

>> INömoircs et Lorre-iponcknnces cle IIu^lWsiL-Illuriin)', X. sPariS 1824);p. >45—147. . Außerdem zahlreiche Aktenstücke bei M. Ritter, Briefe u. Aktenz. Gcsch. des dreißigjähr. .^riegcd, II. ; und in dem angeführten Bande der 5I6m.ct dorr. cle Dupl. ; vgl. auch Gindely, Rudolf II. und seine Zeit, I. 120 >r.