Band 
Dritter Theil.
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Erstes Kapitel.

Maßstabe hätte herbeiführen können. Diese Erwägung soll denPapst nicht wenig beeinflußt haben.')

Genug, Paul V. dachte nur noch auf Frieden, und so berührteihn Castro's Heftigkeit und ttnklugheit sehr schmerzlich. UnterThränen rief er aus: die Spanier hätten mit ihrem Ehrgeiz,ihrer Thorheit und Keckheit alles verdorben, und er erblicke dasHeil nur noch in der Güte Gottes sowie der Klugheit und demAnsehen des französischen Königs. Er dcsavouirte laut den DonFranciseo, als hätte derselbe in seinem Auftrage jene Art vonUltimatum gestellt. In ganz Rom hatte man nur Vorwürfe uudSchmähungen gegen die Spanier auf den Lippen. Wäre dochder Papst bereits zufrieden gewesen, wenn die Veuetianer auchnur auf zwei Monate die kirchenpolitischen Gesetze suspcndirthätten! 2)

Durch dieses klägliche Scheitern der spanischen Einmischungwar der Boden für die Vermittelungsversuche geebnet, die jetzt derKardinal von Joyeuse unternahm; ein Prälat, der wegen seineshohen Ranges und seiner exemplarischen Frömmigkeit überall einesgroßen Vertrauens genoß und nicht nur von seinem Könige mitunbeschränkter Vollwacht, sondern auch vorn Papste mit aus-führlicher Instruktion versehen war. Am 16. Februar 1607 langteer endlich in Venedig an, wo er auf das glänzendste aufgenommenwurde. Im Grunde hatte er schon gewonnenes Spiel, da Paul V.ihm den Auftrag gegeben hatte, jedenfalls den Frieden mit denVenetianern abzuschließen, wenn derselbe irgend der Würde desheil. Stuhles entspräche, und dabei nur so viele Vortheile, wieeben möglich, demselben auszuwirken. Joyeuse war gewillt, dieseVortheilhafte Stellung nicht nur zu Gunsten des Friedens, sondernauch Frankreich's im Besondern auszubeuten; und so wies er die

0 Bericht Dohna's v. Aug. 1608 nach einer Aussage Sarpi's; Ritter'a. a. O- x- 82, Anm. 5.

2) Dep. dn Perron's v. 9., 10. Febr. p. 1045 tl. 1050. — bis. Dep.Ortemberg's v. 10 Febr.