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Erstes Kapitel.
ein Gesandter nach Rein abgehen unter der Bedingung, daß erdort in altgewohnter Weise empfangen werde; über die verbanntenGeistlichen solle dieser Gesandte unmittelbar mit Sr. Heiligkeit ver-handeln, doch nicht über die Jesuiten, die wegen ihrer wider dieRepublik bewiesenen Feindseligkeit verbannt bleiben müßten; dieRepublik sei zufrieden, daß nach Genehmigung dieser Punkte biszum endgültigen Abschlüsse — der dann freilich nur noch wenigeWochen ausstehen konnte — die beiden streitigen Gesetze nicht inAusübung gebracht würden, wenn inzwischen die venetianischcnGeistlichen nicht gerade dircct etwas wider dieselben unternahmen. si
Diese Bedingungen waren in der That für beide Theileehrenvoll und billig. Die Benetianer hielten ihre Grundsätzemit rühmlicher Festigkeit aufrecht, wichen aber in den meistenFormfragen und den augenblicklichen Anlässen des Streites. Imganzen war der bleibende Vortheil ohne Zweifel auf ihrer Seite,während dem Papste äußerliche Genugthuung wurde. Joyeusefand also diese Konzessionen hinreichend zur Herbeiführung desFriedens. Nach einiger Ueberlcgung beschloß er selbst nach Romzu reisen und sie dem heil. Vater zu unterbreiten — was dievollkommene Billigung seines Königs fand.-) Am ll>. März,genau nach einmonatlichem Aufenthalte, verließ er Venedig aufder Reise nach Rom.
Inzwischen hatte der spanische Hof die Gesandtschaft Joyeuse'snach Venedig sehr ungern gesehen, da er fürchtete, daß durchdieselbe der ganze Ruhm des Friedensschlusses dem französischenMonarchen zufallen werde. Die üble Laune des Herzogs vonLerma über ein Mißlingen, das doch nur seiner eigenen gierigen,lärmenden und dabei zugleich unsicher» und schwachen Politikzuzuschreiben war, machte sich in verschiedener Weise Luft. Zunächst
8. liomanin, 8toria Uocum. <N Veneria, VII. 56 s. — Vgl. besondersdie Verhandlungen des Kollegs der Savj v. 25. Febr., I.März; cornet216ll-2) Jnstr. au de Fresnes, 28 März; I.. m. VII. 150.